Die Ickinger CSU will bei der anstehenden Kommunalwahl ein gewichtiges Wörtchen mitreden - aber nicht vom Chefsessel aus. Will sagen: Die Christsozialen in der Isartalgemeinde stellen keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten auf. Das hatten die Mitglieder bereits zuvor kundgetan. Bei der Aufstellungsversammlung kürzlich gab es dazu auch keine überraschende Kehrtwende mehr.
In der Bürgerversammlung 2018 hat die amtierende Rathauschefin Margit Menrad von der UBI (Unabhängige Bürgerliste Icking) angekündigt, dass sie sich nicht noch einmal zur Wiederwahl stellen wird. Inzwischen gibt es vier Bewerber um ihre Nachfolge, allesamt Frauen: Verena Reithmann von der UBI, Beatrice Wagner von der SPD, Laura Leismüller-von Beckerath von den Grünen und Cornelia Zechmeister von der Parteifreie Wählergemeinschaft Icking, kurz PWG.
Der Vorsitzende der Ickinger CSU, Christoph Preuss, hatte sich nach eigener Aussage intensiv um einen christsozialen Kandidaten bemüht. Entsprechende Gespräche seien auch geführt worden, berichtet er. Letztlich ließ sich allerdings niemand überzeugen.
Jetzt sollen die Jüngeren ran
Stolz ist Preuss allerdings auf die nun aufgestellte Liste für die Kommunalwahl, denn es sei gelungen, die Mannschaft zu verjüngen. Auf der Liste finden sich aber natürlich auch bewährte Kräfte, darunter die bisherigen drei CSU-Gemeinderäte, allen voran Preuss selbst auf Listenplatz eins, Hans-Peter Stahn auf Platz drei und Georg Frech auf Platz 16.
"Die Kommunalwahl ist primär eine Persönlichkeitswahl, da geht es weniger um die Partei als um jene, von denen man glaubt, dass sie für die Bürger da sein können und wollen, und um jene, die das in der Vergangenheit bereits bewiesen haben", sagt Preuss. Ein Programm für die Wahl wird gerade erarbeitet. Dieses soll in Kürze vorgestellt werden.
Die Themen, die derzeit die Gemeinde am Hochufer der Isar bewegen und in Zukunft bewegen werden, sind vielfältig. Aktuell wird insbesondere die Frage nach dem Mobilfunkausbau für 5G intensiv diskutiert. Hier hat Preuss eine klare Haltung: "Wir wollen die Belastung für die Bürger so gering wie möglich halten." In der Folge bedeutet das, dass Preuss für die Beibehaltung des eingeschlagenen Wegs der Kommune plädiert. Im Rathaus hatte man sich darauf verständigt, Konzentrationsflächen für Mobilfunk per Flächennutzungsplan auszuweisen. "Wir sind der Überzeugung, dass die Belastung so für alle am geringsten ist", sagt er.

Und auch in einem weiteren Punkt zeigte sich Preuss, der außerhalb der Politik als Notarzt arbeitet, unmissverständlich. Dass ein Streit wie der um den Bau von 5 G-Funkmasten derart eskaliere, dass es am Telefon sogar anonyme Morddrohungen gebe, sei nicht hinnehmbar. "Ich wehre mich persönlich dagegen, dass Druck und Bedrohungen gegenüber Bürgern und Gemeinderäten zunehmen. So ist keine vernünftige Arbeit mehr zu leisten", kritisiert Preuss.
Die Liste der CSU Icking für die Kommunalwahl 2020: 1. Christoph Preuss; 2. Gudrun Scheifl; 3. Hans Peter Stahn; 4. Ruth Maria Frech; 5. Peter Kaul; 6. Sebastian Leipold; 7. Marcel Hetzger; 8. Constantin Beck; 9. Florian van Laak; 10. Michael Doering; 11. Thomas Scheifl; 12. Florian Hain; 13. Anna van Laak; 14. Rainer Wunderlich; 15. Jürgen Mayer; 16. Georg Frech; Ersatzkandidaten: 17. Heinz Flaucher; 18. Gudrun Leeb


