Aufgrund der rasant steigenden Inzidenz im Landkreis hat sich das Bündnis "Wolfratshauser Menschenkette für Solidarität" entschlossen, an diesem Montag keine Demonstration anzumelden. "Damit zeigen wir, dass wir Corona mit seinen Risiken anerkennen und die öffentlichen Organe sowie die Personen, die sich derzeit in den Arztpraxen und den Krankenhäuser um unser aller Gesundheit bemühen, nicht durch unsere Aktionen überlasten wollen", heißt es in der Erklärung, die Konrad Huber, Gerald Bruschek, Andrea Beck, Ulrike Krischke, Ines Lobenstein und Peter Lobenstein unterzeichnet haben.
Gleichwohl möchten die Vertreter dem "großen zivilgesellschaftlichen Engagement, das sich hinter unserer Initiative zusammengefunden hat, eine deutliche und laute Stimme verleihen". Dazu hat das Bündnis zwei Möglichkeiten geschaffen: eine Unterschriftenliste und eine kontaktlose Alternative per Video, die schon am Montag stattfinden werde.
Die "Wolfratshauser Erklärung" haben nach Angaben des Bündnisses bereits mehr als 500 Menschen unterschrieben, darunter auch Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW). Mit der kontaktlosen Alternative an einem zeitlich und räumlich für Protestierende nicht zu übersehenden Ort solle ein deutliches Zeichen gesetzt werden, "dass wir als Zivilgesellschaft trotz Verzicht auf eine Demonstration die Ereignisse in unserer Stadt ernst nehmen und unserer Sorge vor den Entwicklungen rund um die 'Spaziergänge' Ausdruck verleihen möchten", heißt es in der Erklärung.
Wie das Wolfratshauser Bündnis appellieren auch Tölzer Persönlichkeiten an Teilnehmende der Corona-Proteste, ihre Aktionen auf eine rechtsstaatlich tragfähige Basis zu heben, in dem sie ihre Versammlungen regulär anmelden, ihre Inhalte und Botschaften über Dialog und Austausch transportieren. Von einer Einladung an Ortsfremde solle abgesehen werden, um die Stadt räumlich wie infektionstechnisch nicht zu belasten. SPD-Kreisrätin Filiz Cetin, Sebastian Garreis und Andreas Richter sind Mit-Initiatoren der "Tölzer Erklärung", die 25 weitere Persönlichkeiten der Stadt und des Landkreises unterzeichnet haben. Die Erklärung versteht sich als "Aufruf zum Zusammenhalt und für Demokratie" - mit der Aufforderung an Protestierende, Maßnahmen zur Einschränkung der Pandemie einzuhalten. Überregionale Initiatoren der Corona-Proteste nutzten die Pandemie als Vorwand, um Verschwörungsideologien zu verbreiten, demokratische Prozesse zu diskreditieren und die Gesellschaft zu spalten. "Unser gemeinsamer Gegner ist ein Virus, nicht die Politik, nicht die Virolog:innen, nicht die Wissenschaftler:innen, nicht unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger", heißt es in der Erklärung. Mit dem Fazit: "Zeigen wir Solidarität und halten wir zusammen. Für uns, für unsere Zukunft, für unsere Demokratie und ein baldiges Ende der Pandemie."