Tölzer Citymanagement:Hilfen für Einzelhandel und Gastronomie

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Tölzer Citymanagement: Auf den Einzelhandel und die Gastronomie hat sich die Tölzer Citymanagerin Sandra Herrmann wegen der Corona-Pandemie konzentriert.

Auf den Einzelhandel und die Gastronomie hat sich die Tölzer Citymanagerin Sandra Herrmann wegen der Corona-Pandemie konzentriert.

(Foto: Manfred Neubauer)

Citymanagerin Sandra Herrmann zieht Bilanz der Pandemie-Zeit mit Krippenweg, Wertkarte und Türöffner-Tag. Den Unternehmen will sie bei der Suche nach Azubis helfen.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

In der Pandemie hat sich die Tölzer Citymanagerin Sandra Herrmann vor allem auf den Einzelhandel und die Gastronomie konzentriert. Die beiden Branchen hatten schließlich unter den Corona-Lockdowns besonders zu leiden. Der Fokus war aber auch der engen Personallage in der Wirtschaftsförderung der Stadt geschuldet, die Citymanagerin selbst befand sich in Elternzeit. Es sei erstaunlich, was sie trotz dieser Auszeit alles geschafft habe, sagte Bürgermeister Ingo Mehner (CSU) im Kur- und Tourismusausschuss des Stadtrats.

Um den Einzelhandel zu unterstützen, wurde der Einkaufsführer mit einer Auflage von 10.000 Stück im Dezember vorigen Jahres und nun wieder im November herausgebracht. Dieser Flyer sei "gut etabliert, ein schönes Medium, um das Thema Einkaufen an die Frau und den Mann zu bringen", sagte Herrmann. Da der Christkindlmarkt wegen Corona ausfiel, habe man gemeinsam mit dem Tölzer Krippenverein den "Krippenweg" initiiert: 60 Darstellungen der Geburt Christi - mal in alter Tradition, mal modern - zierten voriges Jahr die Schaufenster der teilnehmenden Geschäfte, die in einem eigenen Flyer von 2500 Stück aufgelistet waren. Auch heuer soll es den Krippenweg wieder geben, kündigte die Citymanagerin an: "Das hat sich gut eingependelt, ich freue mich, dass die Geschäfte so gut mitmachen."

Fürs Einkaufen in Tölz warb die Stadt auch mit Anzeigen in Zeitungen, mit Posts auf Facebook, einer Hasen-Suche in den Schaufenstern zum Ostermarkt, einer Buchausstellung zur Veranstaltung "G'hört & G'lesen" und einer Plakataktion für das Altstadtviertel Gries. Die Geschäfte dort hatten es wegen des Umbaus schwer, "die Baustelle hat dem Einzelhandel zugesetzt", sagte Herrmann.

Außerdem wurde die Tölzer Wertkarte weiterentwickelt. Im Vorjahr hätten die teilnehmenden Betriebe damit 41.840 Euro umgesetzt, dieses Jahr seien bis Oktober 43.390 Euro bei ihnen eingelöst worden. Größte Abnehmer seien dabei die Arbeitgeber. "Der Tölzer ist das Herzstück des Citymanagements", betonte Herrmann. Was die Gastronomie angeht, setzte die Stadt auf Kooperationen mit zwei Bloggern zu den Themen Gastro und Kulinarik. Die beiden hätten 15.500, respektive 22.000 Abonnenten, so die Citymanagerin. Den Gastronomen will sie auch bei der Mehrwegverpackungspflicht für Speisen zum Mitnehmen helfen, die 2023 kommt. Mit dem Unternehmerverein "Wir für Tölz" wolle man "ein einheitliches Pfandsystem für das ganze Stadtgebiet besprechen und bei Interesse umsetzen", avisierte Herrmann.

In ihren Gesprächen in den Tölzer Unternehmen begegnete sie vor allem drei Sorgen: Fachkräftemangel, Ukraine-Krieg, unzureichende Verkehrsanbindung der Innenstadt. Um den Firmen auf ihrer Suche nach Auszubildenden beizustehen, soll es eine eigene Ausbildungstour in Bad Tölz geben. Geplant ist zudem ein "Tölzer Türöffner-Tag" in den Betrieben. Und auch das Wirtschaftsfrühstück gibt es wieder. Zu dem Austausch zwischen Kommune und Wirtschaft seien bislang 30 bis 40 Teilnehmer gekommen, so Herrmann.

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