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Bürgerversammlung Münsing:Ambach im Fokus

Die Entwicklung am See ist zentrales Thema

Das in Ambach geplante Seniorenwohnstift bleibt das kontroverseste Thema der Kommune. Das hat die Bürgerversammlung am Dienstag gezeigt. Bürger hatten einen umfangreichen Katalog mit 21 Fragen zu dem Projekt vorgelegt. Doch Bürgermeister Michael Grasl (FW) lehnte es ab, darauf in der Versammlung zu antworten. Fragen zu Vertragsdetails, mit denen sich noch nicht einmal der Gemeinderat beschäftigt habe, könne er aus Datenschutzgründen nicht öffentlich machen, sagte er. "Wir können nicht alles beantworten." Das Verfahren des vorhabenbezogenen Bebauungsplans könne die Bürgerversammlung nicht vorwegnehmen. "Das würde dem Gesetz widersprechen." Grasl sicherte aber zu, in den nächsten Tagen auf den Fragenkatalog soweit möglich zu antworten.

Heuer füllten 120 Menschen den Gemeindesaal - deutlich mehr als bei der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr. Anwohner forderten, den Bebauungsplan für das Seniorenwohnstift auf angrenzende Grundstücke auszuweiten. Manche bemühen sich schon seit Jahrzehnten um Baurecht für ihre Familien. Der aus einer Ambacher Landwirtschaftsfamilie stammende Schauspieler Josef Bierbichler warf der Lokalpolitik vor, sie denke zu wenig an die Interessen der anliegenden Bauern. Die Wünsche der Anwohner sollten nicht weggewischt werden, mahnte er. Ihnen gehe es nicht um Gewinnerzielung. "Die jetzige Generation hat nie spekuliert", sagte Bierbichler.

Dagegen wehrte sich Grasl. Die Gemeinde habe für die Ambacher Einheimischen einiges getan. Das Wohnstift-Projekt des Kuratoriums Wohnen im Alter und die Forderungen der Anwohner müssten auseinandergehalten werden. Ein weiterreichender Bebauungsplan sei Sache des ganzen Gemeinderats. Im Flächennutzungsplan seien die Wiesen im Außenbereich östlich des Simetsbergwegs auf die Landwirtschaft beschränkt. Mit dem Verweis auf solche Festlegungen habe die Kommune Bauwünsche von Anwohnern in anderen Ortsteilen abgelehnt.

Ähnliche Gegensätze gab es beim vom Sportverein gewünschten Kunstrasenplatz. Solche Spielfelder sind wegen des Mikroplastikeintrags in die Umwelt umstritten. Grünen-Kreisrat Nikolaus Mair argumentierte, dass diese Plätze in der heutigen Zeit nicht mehr zu verantworten seien. Doch für Vereinsvorstandsmitglied Wowo Habdank war ein Kunstrasenplatz alternativlos. Das bisherige Trainingsfeld lasse sich nicht mehr sanieren. Auf Kunststoffgranulat werde verzichtet. Der Verein habe so viele Mannschaften, dass es einen strapazierfähigen Platz brauche.

Mit dem Bau eines neuen Bürgerhauses will die Kommune laut Grasl im kommenden Jahr beginnen. Für eine Verkehrskonzept brauche es erst eine Analyse der Verkehrsströme mit Befragungen, sagte er. "Wir brauchen konkret machbare Maßnahmen", sagte Grasl.