Neues Hospizmobil:Wenn der letzte Wunsch erfüllt wird

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Neues Hospizmobil: Mit dem neuen Hospizmobil will der BRK-Kreisverband sterbenden Menschen einen letzten Wunsch erfüllen. Eingeweiht wurde das Fahrzeug im Garten des Franziskuszentrums in Bad Tölz.

Mit dem neuen Hospizmobil will der BRK-Kreisverband sterbenden Menschen einen letzten Wunsch erfüllen. Eingeweiht wurde das Fahrzeug im Garten des Franziskuszentrums in Bad Tölz.

(Foto: Petra Gössl-Kubin/oh)

Der BRK-Kreisverband stellt einen Transporter in Dienst, mit dem todkranken Menschen eine Fahrt zu Angehörigen oder zu besonderen Orten ermöglicht wird. Nach einer Garage für das Fahrzeug wird noch gesucht.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Wenn das Leben zu Ende geht, haben Menschen manchmal einen besonderen Wunsch. Sie möchten noch einmal einen Ort ihrer Kindheit wiedersehen, einen Freund treffen, ein Fußballspiel ihres Lieblingsvereins besuchen oder auch bloß ein letztes Mal vom Kalvarienberg hinab auf Bad Tölz schauen. Mit dem Hospizmobil, das der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in den Dienst gestellt hat, kann Sterbenskranken ein solches Herzensanliegen jetzt verwirklicht werden. Die Initiative dazu ging von Brigitte Bogner aus. "Der letzte Wunsch kann oft nicht erfüllt werden, weil es keine Möglichkeit der Mobilität gibt", sagt die Hospizbegleiterin. Und dies, obwohl die Bitte bisweilen ganz banal sei.

Hospizmobile gibt es bereits in anderen Landkreisen. Schwester Angela Kirchensteiner vom Hospiz Pfaffenwinkel im Kloster Polling, die Brigitte Bogner zur Hospizhelferin ausgebildet hat, weiß von ihrem Umgang mit Sterbenden, dass sie meist froh sind, gut versorgt zu sein. "Sie trauen sich deshalb nicht, etwas zu sagen, aber wenn sie wissen, dass es eine Möglichkeit gibt, ihre Wünsche zu erfüllen, dann werden sie von ihnen eher geäußert." Mit ihrem Anliegen, ein Hospizmobil für den Landkreis anzuschaffen, mussten Bogner und Bereichsleiter Vitus Adlwarth schon hartnäckig bleiben. Seit Oktober vorigen Jahres habe man an dem Projekt herumgedoktert, sagte Adlwarth bei der Einweihung des Fahrzeugs im Garten des Tölzer Franziskuszentrums. Voller Hoffnung sei man damals zum BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Schäfer gegangen, habe aber zur Antwort bekommen, dass das Hospizmobil ja ein schöner Gedanke sei, doch verfüge man leider nicht über rund 40.000 Euro für den Kauf eines neuen Transporters. Deshalb wurde schließlich ein gebrauchtes Fahrzeug, das mit medizinischem Equipment ausgestattet ist, aus dem Fahrdienst des Roten Kreuzes herausgelöst - Kostenpunkt: nur 15.000 Euro.

Trotzdem ist das ehrenamtliche Projekt noch nicht ganz finanziert. Weitere Spenden sind nötig, außerdem wird für das Hospizmobil noch ein Abstellplatz in einer Garage oder in einer Halle gesucht. "Das muss nicht unbedingt in Bad Tölz oder im Landkreis sein", sagte CSU-Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, der die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat. Wenn es darum gehe, "einem Menschen, der am Ende seines irdischen Daseins angekommen ist, nochmals einen Wunsch zu erfüllen, dann lässt dies keinen unberührt". Er hoffe, dass vielen Fahrgästen, die das Ableben vor Augen haben, "noch ein paar schöne Stunden mit dem Mobil beschieden sein mögen", sagte Bachhuber. Für den evangelischen Pfarrer Urs Espeel, der das Auto zusammen mit dem katholischen Diakon George Papp segnete, sind "Trauer und Schmerz, Dankbarkeit und Freude die Gefühle, die in diesem Fahrzeug beisammen sind".

Wer das Hospizmobil in Anspruch nehmen möchte, kann sich beim BRK-Kreisverband unter Telefon 08041/76 55-0 oder per E-Mail an hospzizmobil@kvtoel.brk.de melden. Das Angebot ist für die Patienten kostenlos. Allerdings wird darum gebeten, den persönlichen Wunsch frühzeitig mit den Organisatoren im Detail zu besprechen. Ein Team aus Ärzten, Sanitätern, Betreuern und anderen Mitgliedern der BRK-Gemeinschaften entscheidet dann, ob das Anliegen zu erfüllen ist.

Spenden für das Projekt Hospizmobil können auf das Konto des BRK-Kreisverbands, IBAN: DE13 7005 4306 0000 0012 22, BIC: BYLADEM1WOR, Verwendungszweck: Hospizmobil, eingezahlt werden.

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