Wen es derzeit in die Berge zieht, der muss zu Fuß gehen. Die Lifte am Brauneck und am Blomberg stehen. Die Bergbahnbetreiber rüsten sie für den Winterbetrieb um und bereiten die Pisten vor. Am Wochenende sollen die Blombergbahnen als erste wieder in Betrieb gehen. "Aber nur, das Wetter wirklich schön ist", sagt Marketingchef Hans Wildung. Das nutzt Wanderern, Skifahrer kommen noch nicht auf ihre Kosten. Der Boden ist zu warm, die Temperaturen sind selbst für die Kunstschneeproduktion noch zu hoch.

Die Sommerrodelbahn auf dem Blomberg bleibt über Winter zu, doch der schienengeführte Blombergblitz fährt. Neu ist die Möglichkeit zum Nachtrodeln am Blomberg, sobald dann Schnee liegen sollte. Immer freitags von 19 bis 22 Uhr läuft der Lift zur Mittelstation, von dort kann n man die Winterrodelbahn hinunterfahren. Die Rodler machen am Blomberg die stärkste Fraktion aus. Hans Wildung schätzt ihren Anteil auf 80 Prozent. Kälte ist Liftbetreibern wie Wildung wichtiger als Schneefall. Den Mangel an natürlichem Schnee können sie durch Kunstschnee ausgleichen. "Sobald es Minusgrade gibt, werden die Beschneiungsanlagen aufgestellt und die Rodelbahnen künstlich beschneit."
Das Brauneck öffnet am 4. Dezember. Die Kabinenbahn soll dann in jedem Fall fahren, die anderen Lifte werden "nach Schneelage" geöffnet, sagt Antonia Asenstorfer, Leiterin der Marketingabteilung der Brauneckbahn. 35 Prozent des Berges kann mit Schneekanonen beschneit werden. Die Pläne zum Bau der neuen Beschneiungsanlagen für den rückwärtigen Berg sind noch im Genehmigungsverfahren. Die Bahnbetreiber wollen dafür einen See in der Größe von zwei Fußballfeldern in 1300 Meter im Bereich des Steilhangs Garland anlegen, was Naturschützer, der Alpenverein und auch die Grünen im Landtag für überdimensioniert halten.
Das Brauneck, der an guten Tagen mit rund 7000 Besuchern frequentiert wird, feiert den Wintereinstieg mit einem großen "Ski-Opening" am 19. Dezember, bei dem Kinder bis 15 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen frei die Lifte nutzen können. Sportstars wie Martina Ertl oder Hilde Gerg, die auf diesen Pisten das Skifahren gelernt haben, werden mit interessierten Besuchern erstmals persönlich ein Fahrsicherheitstraining durchführen, die Skischulen verleihen ihr Material günstiger, Kinder wird ein buntes Programm geboten bevor der Tag mit einem großen Feuerwerk auf der Piste endet.
Neu ist das spezielle Augenmerk am Brauneck auf Kinder. Die Bahn will sich im Familienbereich noch besser positionieren und versucht, die Preise für Kinder niedrig zu halten - "unter dem vergleichbarer Wettbewerber in Österreich", sagt Antonia Asenstorfer.
Die Ötzlifte am Kochler Rabenkopf werden öffnen, sobald genügend Schnee gefallen ist. "Unsere Vorbereitung läuft dann bei uns Knall auf Fall, praktisch über Nacht", sagt Geschäftsführer Michael Krinner. Am Rabenkopf gibt es keine Schneekanonen, die Betreiber hoffen, dass sie zu den Weihnachtsferien auf den 1,6 Kilometer langen Hängen richtig loslegen können. Otto Mannheimer, Liftbetreiber am Beuerberg, hat im vergangenen Jahr Schneekanonen eingeführt und hat gute Erfahrungen gemacht. "Wir konnten die Saison ab Januar einigermaßen durchfahren."
Er hofft, dass es bereits in den kommenden Tagen kalt genug wird, die Pisten vorzubereiten. Sehr optimistisch ist der Betreiber des Reiserlifts in Gaißach. "Ab sofort herrscht Skibetrieb", tönt der Anrufbeantworter am Schneetelefon. "Inklusive Abendlauf."