Biochemie Revolutionäre Erkenntnisse

"Brain Prize" geht an Ickinger Biochemiker Christian Haass

Den weltweit bedeutendsten Preis für Hirnforschung, den "Brain Prize" der dänischen Lundbeck Foundation, erhält in diesem Jahr zusammen mit drei weiteren Neurowissenschaftlern der Ickinger Biochemiker Christian Haass. Die jährlich verliehene Auszeichnung würdigt internationale Wissenschaftler, die herausragende Beiträge zu den Neurowissenschaften geleistet haben. Die diesjährigen Gewinner erhalten den Preis für ihre bahnbrechenden Forschungen zur genetischen und molekularen Grundlage der Alzheimer-Krankheit. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von einer Million Euro verbunden.

Haass, Sprecher des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in München und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität, promovierte 1989 und begann seine Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center for Neurologic Diseases der Harvard Medical School. Seit 1990 befasst er sich mit der Erforschung der Alzheimer-Krankheit. Damals war nur wenig über die zellulären Mechanismen bekannt, die an der Krankheit beteiligt sind. Seine Arbeit konzentrierte sich auf die Erzeugung und Verstoffwechs-lung von Amyloid, der Hauptkomponente der Erkrankung, die Proteinablagerungen verursacht. Haass stellte entgegen der allgemeinen Auffassung zu dieser Zeit die Hypothese auf, dass die Amyloidproduktion normal und nicht notwendigerweise Teil des pathologischen Prozesses sei. Diese Erkenntnis hat seither zur Entwicklung therapeutischer Ansätze zur Senkung der Amyloidproduktion bei Patienten geführt.

In Europa sind circa zehn Millionen Menschen an Alzheimer erkrankt, trotz Fortschritte zählt sie noch immer zu den am schwersten zu behandelnden Krankheiten. Die Forschungsarbeit der vier prämierten Wissenschaftler hat das Verständnis der Gehirnveränderungen, die zu Alzheimer und ähnlichen Demenzerkrankungen führen, jedoch revolutioniert. Der "Brain Prize 2018" wird am 9. Mai in Kopenhagen verliehen.