Die ÖDP spielte in der Kommunalpolitik hierzulande lange kaum eine Rolle. Voriges Jahr machte die Partei jedoch mit dem erfolgreichen Volksbegehren "Rettet die Bienen" bundesweit auf sich aufmerksam, das etwa 1,75 Millionen Menschen in Bayern unterstützten. Den Schwung daraus will die ÖDP nun auch im Landkreis mitnehmen: In der Aufstellungsversammlung in Icking beschloss der Kreisverband die Teilnahme an der Kommunalwahl mit einer Kandidatenliste aus 60 Kandidaten und drei Ersatzkandidaten. Als Spitzenbewerber wurden Manuel Tessun, Betriebswirt aus Egling, Monika Achermann-Weinert, Hebamme aus Wolfratshausen, und Stephan Koch, Solarunternehmer aus Wackersberg, gewählt.
Es gibt allerdings ein Problem: Da der Kreisverband zuletzt nicht im Kreistag vertreten war und die ÖDP auch bei der vorausgegangenen Landtags-, Bundestags- oder Europawahlen landesweit fünf Prozent der Stimmen erreicht hatte, benötigt sie für die Kommunalwahl genau 385 Unterschriften von Unterstützern, um überhaupt zugelassen zu werden. Dafür bleibt noch Zeit bis zum 3. Februar.
Bei der Abgabe der Wahlliste im Landratsamt zeigt sich Jan-Philipp van Olfen zuversichtlich. "Nach den Erfolgen der letzten Wochen und Monate werden wir das rocken", meinte der zweite Vorsitzende des ÖDP-Kreisverbandes. "385 Stimmen sollten wir schon schaffen." Anders als bei der Unterschriftensammlung für das Volksbegehren dürfen die Unterschriften jedoch nicht durch die Partei gesammelt und eingereicht werden. Sie müssen von den Unterstützern in der zuständigen Gemeindeverwaltung mit Vorlage des Personalausweises geleistet werden. Die ÖDP bitte alle Wahlberechtigten mit Erstwohnsitz im Landkreis um Hilfe, so van Ofen: "Nur mit ihrer Hilfe haben die Bienenretter eine Chance, in den Kreistag einzuziehen."
