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Buchpräsentation:Raubritter und Rivalen

Barbara Lexa, Ursula Schmitt und Gabriele Rüth (von links) haben das Büchlein "Flucht aus Burg Teufelsnest" gestaltet

Gemeinschaftsprojekt: Barbara Lexa, Ursula Schmitt und Gabriele Rüth (von links) haben das Büchlein "Flucht aus Burg Teufelsnest" gestaltet.

(Foto: privat/oh)

Der Verein Flößerstraße will mit dem Büchlein "Flucht aus Burg Teufelsnest" nicht nur Kinder beeindrucken

Stephanie Schwaderer

Der mutige Floßmeister Gregor Wellinger hat Einiges zu tun. Nicht nur, dass er Wein aus Südtirol, Tölzer Bier und Geretsrieder Kalk auf seinem Floß die Isar hinabbefördert, er muss auch noch die liebreizende Beate befreien. Das Mädel "mit goldenen Zöpfen und einer zarten Haut" kellnert im Wolfratshauser Wirtshaus "Zum feurigen Lindwurm", wird aber vom wüsten Raubritter Judas auf seine Burg bei Einöd entführt. Dies ist der Plot des Bilderbüchleins "Flucht aus Burg Teufelsnest", das der Verein Flößerstraße gerade herausgebracht hat.

Die Geschichte haben Ursula Schmitt und Gabriele Rüth, Vorsitzende des Vereins, aus einer Sage destilliert, die in einigen Varianten tradiert ist. Ihnen diente die von Heinrich Preschers herausgegebene Faksimile-Ausgabe eines alten Drucks vom "Raub- und Mordritter Judas von Teufelsnest" als Quelle. "Die größte Herausforderung war es, diese Geschichte in eine kindgerechte Sprache zu übersetzen und sie auf die Bilder abzustimmen", sagt Rüth. "So ein kleines Buch macht ganz schön viel Arbeit." Die Aquarelle stammen von der Wolfratshauserin Barbara Lexa.

Allen Städten und Gemeinden, die in dem Büchlein vorkommen - Wolfratshausen, Geretsried, Bad Tölz und Eurasburg - hat der Verein Exemplare zu einem ermäßigten Preis angeboten, und alle haben das Angebot angenommen. Sie wollen nun dafür sorgen, dass die Geschichte in den Kinderzimmern ankommt. "Das freut mich sehr", sagt Rüth.

Der mutige Floßmeister Gregor Wellinger hat aber noch eine ganz andere Aufgabe. Mit dem Bilderbuch will der Verein "den Bewertungsprozess der Unesco-weltweit-Nominierung der Flößerei unterstützen", erklärt Rüth. Die Flößerei wolle weltweites Immaterielles Kulturerbe werden. In die Bewertung flössen aktuelle und künftige Vorhaben der nationalen und internationalen Trägervereine ein. Eine Entscheidung soll 2022 fallen.

Zu den Aktivitäten, die Rüth und ihre Mitstreiter in die Waagschale werfen, gehört ein Beitrag zur Wanderausstellung "Holz macht Sachen". Die Wolfratshauser haben zu den Exponaten ein detailgetreues Modellfloß im Maßstab 1:45 beigesteuert, das Jörg Schwenger auf Kosten des Vereins gebaut hat. Zudem wird in Kürze Band 2 des "Isarbuchs" ausgeliefert, das "Ausflüge auf den Spuren der Flößer" zwischen München und Deggendorf empfiehlt. Von Samstag, 17. Juli, bis 8. Juli sollen junge Sportler wieder um den Flößerpokal kämpfen und sich beim Baumstammbalancieren, bei einem Floßparcours und einem Flößerquiz messen. Zudem bereitet der Verein zwei Flößer-Spiele vor und arbeitet mit Walter Steffen an dem Dokumentarfilm "Die Ammer". "Da freuen wir uns noch über Fördergelder", sagt Rüth.

Infos unter www.floesserstrasse.eu/

© SZ vom 12.05.2021 / stsw
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