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Bezahlbarer Wohnraum:Eine Initiative - vier Standorte

Wolfratshausen will "etwas für die Bürger unserer Stadt" tun

Forderungen nach mehr bezahlbarem Wohnraum gibt es in Wolfratshausen schon seit Jahren - doch lange geschieht nichts. Im Oktober kommt Bewegung in das Thema. Der Stadtrat stimmt einem gemeinsamen Antrag von Bürgervereinigung (BVW), SPD und Grünen zu, im Stadtgebiet dezentral bis zu 100 geförderte Wohneinheiten errichten zu lassen. Nur die acht Mitglieder der CSU-Fraktion sprechen sich dagegen aus. Für den sozialen Wohnungsbau sind vier Standorte vorgesehen, auf der Coop-Wiese in Waldram, an der Auen-, der Sauerlacher und der Bahnhofstraße.

"Wir wollen nicht den Siedlungsdruck von außen lösen, sondern etwas für die Bürger unserer Stadt tun", sagt SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner. Die CSU-Fraktion kritisiert, dass mit Grundstücken geplant werde, welche die Stadt noch nicht besitzt. Nur das Projekt für ein Mehrgenerationenhaus auf dem Gelände des denkmalgeschützten früheren Krankenhauses an der Sauerlacher Straße wird einstimmig gebilligt. Dort könnten etwa 37 Wohneinheiten entstehen. 50 bis 70 Prozent der Wohnungen sollen gefördert und etwa ein Drittel an Senioren vergeben werden.

Am umstrittensten dürfte wohl der Standort Coop-Wiese an der Schlesierstraße in Waldram sein. Denn Anwohner wehren sich schon seit Jahren gegen eine Bebauung der letzten verbliebenen Grünfläche im Stadtviertel. BVW, Grüne und SPD wollen, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft (StäWo) dort etwa 50 Wohnungen errichtet. Als Zugeständnis soll das mögliche Bauvolumen nur zu rund 90 Prozent ausgeschöpft werden.

Laut Beschluss soll die Stadt das Grundstück des früheren Kindergartens an der Auenstraße von der Kirche in Erbbaurecht erwerben und an einen Bauherrn weitergeben. Vor allem Familien sollen bei dem Projekt für geförderten Wohnraum zum Zuge kommen. Ein Mehrfamilienhaus mit acht bis zehn Wohneinheiten oder Reihenhäuser sind vorgesehen. Bezahlbares Wohnen und ein Treffpunkt für Senioren sollen auf dem Grundstück des sogenannten Klein-Anwesens an der Bahnhofstraße möglich werden.

An der Verdichtung im Stadtgebiet entzündet sich im August Streit. Nachbarn protestieren gegen die aus ihrer Sicht zu massiven drei Mehrfamilienhäuser mit 26 Wohnungen, die das Bauunternehmen Krämmel an der Gebhardtstraße plant. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) erteilt das Einvernehmen der Stadt in Absprache mit der Verwaltung. Da er das Projekt nicht im Bauausschuss des Stadtrats behandelt, erntet er Kritik.