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Bezahlbarer Wohnraum:Die Nachfrage ist groß

Dort, wo einst das Milchhäusl stand, entsteht ein großes Bauprojekt. In der Hauptstrasse 25 in Münsing soll es bald bezahlbare Wohnungen geben.

(Foto: Hartmut Pöstges)

In Münsing entstehen zwölf Sozialwohnungen. Es gibt aber deutlich mehr Interessenten

Von Benjamin Engel, Münsing

Monatelang hatte sich der Protest gerade an der Dimension des Sozialwohnungsprojekts an der Hauptstraße entzündet. Schließlich entschied der Gemeinderat, nur zwölf statt der ursprünglich geplanten 14 Sozialwohnungen zu realisieren. Das könnte problematisch werden. Die Nachfrage für das Projekt - bisher fällt es vor allem durch die tiefe Baugrube für die Tiefgarage auf - ist schon jetzt deutlich größer als das Angebot. Bis jetzt haben sich 21 Interessenten bei der Kommune gemeldet. Alle stammen aus Münsing, die Altersstruktur sei bunt gemischt, sagt Martin Müller, im Münsinger Rathaus für kommunale Liegenschaften zuständig.

Erst im Spätsommer 2019 rechnet Bürgermeister Michael Grasl (FW) damit, dass die ersten Mieter einziehen können. Die vielen Vormerkungen zeigten das hohe Interesse für bezahlbare Wohnungen, sagt er. Doch bisher lägen nur formlose Interessenbekundungen und eben noch keine geprüften Bewerbungen vor. Im Nachhinein halte er es für richtig, dass die Kommune das Baurecht für Wohnungen nicht maximal ausgenutzt habe, betont der Bürgermeister. "Wirtschaftlich war dies natürlich nicht, politisch aber angemessen und fair." Ganz bewusst habe die Kommune Rücksicht auf Ortsbild und die Nachbarn genommen, schildert Grasl.

Der Mietwohnungsmarkt ist generell in Münsing angespannt. Nur wenige Objekte werden angeboten - und das in jeglicher Preisklasse. Daher werde die Gemeinde in Holzhausen eine ihrer Mietwohnungen sanieren, sagt Grasl. Ein weiteres Objekt in Ambach solle mittelfristig ebenfalls erneuert werden. "Fakt ist, dass wir als Gemeinde unseren Beitrag leisten, für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, auch gegen Widerstände", berichtet der Bürgermeister.

Nach welchen Kriterien die Gemeinde die Wohnungen an der Hauptstraße vergeben will, ist bis jetzt ungeklärt. Erst im Herbst solle dies Thema werden, sagt Grasl. Erst müsse abzusehen sein, wie sich das Bauvorhaben entwickle und ob es im Zeitplan bleibe. Die Kriterien zur Vergabe der Wohnungen müssten erst ausgearbeitet werden. Das könne die Gemeinde nicht aus dem Ärmel schütteln. "Wir sind ja keine professionelle Baugenossenschaft."

Auf jeden Fall soll nur ein wirklich bedürftiger Personenkreis in dem Projekt an Münsings Hauptstraße einziehen dürfen. Darauf kommt es dem Münsinger Bürgermeister an. Er spricht von Menschen mit so niedrigem Einkommen und Vermögen, die sich keine Wohnung auf dem freien Mietmarkt leisten könnten.

Bisher heißt das Projekt in der Sprache der Planer nur "H 25", nach dem Standort an der Hauptstraße 25. Die künftigen Mieter sollen in zwei Baukörpern wohnen. Ein verglastes Treppenhaus soll das zentrale Verbindungselement werden. Das Haus im Westen wird mit der Giebelseite, das östliche Gebäude mit der Traufseite, also parallel zur Straße, stehen. Zur Tiefgarage führt die Zufahrt über die parallele Bachstraße im Norden auf das Hammergrundstück.

Wie im Vorgängerbau wird auch wieder eine Ladeneinheit integriert. Im früheren Milchhäusl hatte der Obst- und Gemüsehändler Alkan seinen Laden. Er musste nach dessen Abriss in ein provisorisches Geschäft beim Gemeindezentrum an der Weipertshausener Straße ziehen. Der Gewerbetreibende habe eine Vorzugsoption für die Ladeneinheit im Neubau, schildert Grasl. "Aber noch keinen unterschriebenen Vertrag."

© SZ vom 18.07.2018

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