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Bewerbungsfrist bis 31. Dezember:Starthilfe für eine gute Sache

Evelyn van Kempen (re.) bietet mit ihren Kollegen Jan Greune und Gesine Stürner-Cantz einen Tag lang ihre Hilfe an.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Drei Münsinger verschenken für einen Tag ihre Arbeitskraft. Die Marketingberaterin, die Grafikdesignerin und der Fotograf wollen so ein soziales Projekt aus der Region unterstützen, das die Welt zum Guten verändert.

Evelyn van Kempen war als Kind Pfadfinderin. Das "Jeden Tag eine gute Tat"-Prinzip hat sie bis heute nicht vergessen. Sie möchte, zusammen mit einer Freundin und einem Freund, ihre berufliche Expertise für einen Tag verschenken. Wer ein soziales Projekt betreut, kann die kostenlose Unterstützung der drei Gestalter und Konzeptentwickler gewinnen.

"Es gibt so viele Leute, die gute Ideen haben, aber damit nicht an die Öffentlichkeit kommen", sagt van Kempen, Anstifterin des hilfsbereiten Dreiergespanns. "Ich möchte diejenigen, die eine Erfindung oder etwas Tolles haben, unterstützen in ihrer Kraft." Sie und Gesine Stürner-Cantz waren zuerst befreundet, dann haben sie zusammengearbeitet. Van Kempen und Jan Greune haben zuerst zusammen gearbeitet, dann wurden sie Freunde. "Und dann haben wir festgestellt, dass wir Nachbarn sind", erzählt van Kempen lachend. Die drei sagen, dass sie sich perfekt ergänzen. Van Kempen ist Marketingberaterin, Stürner-Cantz ist Grafikdesignerin, Greune ist Fotograf. Alle drei sind Selbstständige in Münsing. "Man arbeitet viel zu wenig im Netzwerkverbund", sagt Stürner-Cantz. Deshalb werden sie jetzt ihre gemeinsame Arbeitskraft nutzen.

Van Kempen hat bereits im vergangenen Jahr ein ähnlichen Projekt initiiert. Damals half sie, zusammen mit vier anderen Marketingexpertinnen, dem Unternehmen Wasser 3.0 auf die Beine. Eine Chemikerin hatte einen Weg gefunden, wie sich Mikroplastik aus Trinkwasser heraustrennen lässt. Was für eine Firma sich damit gründen ließe, stand laut van Kempen zu Beginn noch nicht fest. Acht Monate investierten die vier Marketinghelferinnen van Kempen zufolge in den Aufbau des Unternehmens. "Das waren Hunderte Stunden, wir haben uns wahnsinnig reingehängt", sagt sie rückblickend.

Dieses Jahr soll die Hilfsaktion weniger zeitaufwendig und strategisch werden. "Wir wollen die Ärmel hochkrempeln", sagt Greune. "Wir wollen was machen, was kreieren", sagt Gesine Stürner-Cantz. "Es muss ein Projekt sein, das schon startklar ist, das es schon gibt", sagt van Kempen. Und um das Ganze einzugrenzen, wollen die drei genau einen Tag investieren. "Wobei, wenn es ein geiles Projekt wird und ich merke, ich brauche ein bisschen länger, dann schaue ich nicht auf die Eieruhr", beteuert van Kempen. "Es gibt sicherlich auch eine Nachbetreuung, weil man ist ja auch neugierig, was daraus wird", sagt Stürner-Cantz. Ihnen ist wichtig: "Im Vordergrund steht das Weltretten, aber am Ende müssen wir alle Bock drauf haben", sagt Greune. Eine weitere Bedingung: Der Gewinner oder die Gewinnerin der kostenlosen Marketingnachhilfe darf nicht weiter als einen Tagesmarsch von Münsing entfernt wohnen. "München oder Garching sind okay, aber Hamburg oder Berlin sind zu weit weg", scherzt van Kempen.

Sie selbst ist nicht von alleine auf die Idee gekommen, ihr Können zu verschenken. Ihre Marketingkollegin Sonja Mayer unterstützte vergangenes Jahr auf diese Weise den Tierschutzverein in Erding. Van Kempen schloss sich an. "Und jetzt kenne ich sechs, sieben Leute, die das Gleiche auch anbieten, wegen unserer Kampagne letztes Jahr", sagt sie zufrieden. Das Glücksprinzip funktioniert.

Wer eine Idee zum Weltverbessern hat und in der Region wohnt, kann sich bis zum 31. Dezember auf van Kempens Homepage (www.zomppp.de) bewerben. Bislang haben sich erst drei Interessierte gemeldet. Van Kempen irritiert das wenig: "Letztes Jahr kamen die meisten Bewerbungen kurz vor Mitternacht", sagt sie lachend.