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Bestattungen:Würdiges Ambiente

Die Stadt Penzberg baut ihr Angebot aus: Im neuen Ausstellungsraum am Friedhof werden Särge, Urnen und vieles mehr zeitgemäß präsentiert

Die Reihen lichten sich. Immer öfters werden Gräber aufgelassen. Ein Rundgang über den städtischen Friedhof in Penzberg zeigt deutlich, dass Erdbestattungen zurückgehen. Es sind nicht allein die Kosten, die viele dazu bewegen, eine Feuerbestattung zu wählen. Der Pflegeaufwand eines Grabes ist hoch. Die Ruhefrist liegt bei einem Großteil der Gräber bei 25 Jahren. Eltern möchten dies ihren Kindern nicht mehr zumuten. Die Stadt Penzberg will ihren Bürgern die Sorgen nehmen und bietet eine Bestattungsvorsorge an. Nicht nur dieses Angebot stellte die Stadt kürzlich vor. Im Gebäude der Friedhofsverwaltung hat sich einiges getan. Der Ausstellungsraum wurde neu gestaltet und im Außenbereich zusätzliche behindertengerechte Stellplätze geschaffen.

Ein geliebter Mensch ist gestorben. Doch für Trauer allein ist keine Zeit. Die Beerdigung will organisiert sein. Für viele Betroffene gleichen diese Tage einem Ausnahmezustand. Da ist jede Hilfe und jeder gute Rat willkommen. Wer früher in die Ausstellungsräume der Friedhofsverwaltung kam, fand sich in zwei kleinen Räumen mit roten Wänden, Teppichboden und schlechtem Licht wieder. Kein würdiges und zeitgemäßes Ambiente.

Das ist nun anders. Aus den kleinen Zimmern wurde ein großer, lichtdurchfluteter und freundlicher Raum. Die Särge werden auf Podesten präsentiert. Dezent sind die Preise angegeben. Verschiedenste Urnen stehen in einem Regal zur Auswahl bereit. In diesem finden ferner die Sargausstattungen Platz. In Katalogen können Blumenschmuck, Kränze und ähnliches der örtlichen Floristen ausgesucht werden. Im Raum nebenan findet die Beratung der Angehörigen statt.

Bestattungsangebot Penzberg

Verschiedenste Urnen stehen in einem Regal zur Auswahl bereit.

(Foto: Manfred Neubauer)

Für die Neugestaltung ist Sandra Baumgartner von "Wohnkultur Baumgartner" verantwortlich. Die Dekoration des Ausstellungsraumes übernahm Mareike Herold, die Ehefrau des Friedhofsreferenten und SPD-Stadtrats Andreas Herold. Etwa 38 000 Euro hat der Umbau des Ausstellungsraums gekostet.

Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann, dem der städtische Friedhof unterstellt ist, hat zudem für Besucher der Anlage eine Neuerung angestoßen. In den Schaukästen an den Eingängen hängen Pläne des Friedhofs, damit sich Besucher in Zukunft besser auf dem weitläufigen Areal zurechtfinden. Der Plan gibt einen Überblick darüber, wie die Gräberblöcke situiert sind, wo sich die Urnenstelen, Wasserbrunnen mit Gießkannen und ähnliches befinden.

Des Weiteren wurden an der Fischhaberstraße (hinter der Aussegnungshalle) zusätzliche Parkplätze geschaffen. Sie ermöglichen einen barrierefreien Zugang zum städtischen Friedhof. Zwölf Stellplätze sind es insgesamt, zwei sind für Behinderte ausgewiesen. Eine entsprechende Beschilderung soll Autofahrer ohne Umwege auf die Parkplätze lotsen. Die Stadt investiert in diese Maßnahme circa 10 000 Euro.

Nicht entschieden ist, was mit der großen Treppe beim Eingang an der Fischhaberstraße passiert. Sie ist vier Meter breit und führt zur 1976 erbauten Aussegnungshalle. Allerdings ist dieser Zugang nicht der historische. Der befindet sich nur einige Meter weiter weg und führt zur ehemaligen Aussegnungshalle, die als Urnenhalle genutzt wird. Die Treppe ist marode, eine Sanierung ist laut Holzmann teuer. Er schlug vor, die Treppe auf zwei bis 2,50 Meter zu verschmälern. Bürgermeisterin Elke Zehetner (parteifrei/SPD) tendiert dazu, die Treppe abzureißen und den Eingang zu schließen. Nicht alle konnten sich mit diesem Vorschlag anfreunden.

Bestattungsangebot Penzberg

Sarg oder Urne? Der neue Ausstellungsraum am Penzberger Friedhof soll Trauernden die Entscheidung erleichtern.

(Foto: Manfred Neubauer)

Seniorenreferentin und SPD-Rätin Regina Bartusch kommentierte beim Ortstermin: "Ich gebe die Treppe nicht kampflos auf."