Die Kreistagsfraktion der Bündnis 90/Die Grünen hat einen Antrag gestellt, in der nächsten Sitzung eine Expertenanhörung zum Thema Beratungsangebote für LSBTIQ-Jugendliche durchzuführen. LSBTIQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, intersexuell und queer. Queer wird häufig als Sammelbegriff für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen verwendet.
Um den möglichen Ausbau und die Vernetzung von Beratungsangeboten für queere Jugendliche im Ausschuss diskutieren zu können, wünscht sich die Fraktion, dass eine Expertin oder ein Experte zum Thema Jugendarbeit mit LSBTIQ-Jugendlichen eingeladen wird. Die von den Grünen vorgeschlagenen Personen sind Claudia Krell, Diplom-Psychologin und Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Lesbenberatung, Andreas Unterforsthuber, Leiter der Koordinierungsstelle und Förderer von Gleichstellung und Antidiskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans, inter und queeren Menschen, sowie Patrick Wolf, Büroleiter und Queer-Beauftragter des Bayerischen Jugendrings.
Die ausführliche Antwort des Jugendamts auf eine Anfrage der Grünen aus dem November 2022 habe gezeigt, dass es im Landkreis durchaus Beratungs- und Vernetzungsbedarf für queere Jugendliche gebe, so Klaus Koch, Sprecher der Fraktion. Auch wenn es bereits vorhandene Strukturen zur Unterstützung von Jugendlichen, wie beispielsweise die JaS-Stellen (JaS - Jugendsozialarbeit an Schulen) und offene Jugendarbeit, gebe, seien es im Landkreis wenige Angebote, die sich speziell an queere Jugendliche richteten. Stattdessen würden Jugendliche teilweise an Angebote in größeren Städten wie München oder Rosenheim verwiesen, erklärt Koch. Diese seien für Jugendliche aus dem Landkreis aber nur schwer zu erreichen.
