Lernen in BenediktbeuernHochschul-Luft für die Kleinen

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Jaron und Nuria lauschen gespannt dem Vortrag von Egon Endres in der Benediktbeurer Kinder-Uni.
Jaron und Nuria lauschen gespannt dem Vortrag von Egon Endres in der Benediktbeurer Kinder-Uni.
Manfred Neubauer

Die Kinder-Uni an der Katholischen Stiftungshochschule geht in die Sommerpause. Die Organisatoren sind mit dem Zulauf zufrieden.

Von Arnold Zimprich, Benediktbeuern

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Egon Endres lässt sich erleichtert in den Stuhl fallen. Zwar ist die Kinder-Uni für dieses Semester vorüber, doch ist ihm die Vorfreude auf das nächste Studienjahr bereits anzumerken. Zwar sind zur letzten „Vorlesung“ nur zwei Nachwuchs-Studenten gekommen – aber das ficht Endres nicht an: „Das Wetter war einfach zu schön“, sagt er, „da sind wahrscheinlich viele Familien zum Baden gefahren.“

Mit dem Zulauf der kleinen Hörerschaft sind Endres und die anderen Mitwirkenden der Katholischen Stiftungshochschule Benediktbeuern zufrieden. „An den Veranstaltungen haben bis zu 60 Kinder teilgenommen“, berichtet der Professor für Sozialwissenschaften und Sozialmanagement. Besonders hohe Anziehungskraft habe das Seminar zum Thema „Wie Peppa Wutz das Sprechen lernte“ entfaltet: Die Kinder der Fokusgruppe im Alter zwischen sieben und 13 Jahren vertonten im Juni mit Seminarleiter Fabian Gierscher im Tonstudio am Campus der Uni eine kurze Episode der Zeichentrickserie.

Die Kinder-Uni soll die KSH mit ihrer Umwelt verflechten

Die Kinder-Uni ist ein junges Konzept an der KSH: Nach dem Start 2019 musste sie eine Corona-Zwangspause einlegen, nun läuft der Betrieb wieder. Martina Wolfinger, Professorin für Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit, hat als Seminar „Eine Reise zur inneren Stärke“ angeboten, an der ein Dutzend Kinder teilnahm. Sie notierten ihre Stärken auf Kärtchen und pinnten diese im Audimax der KSH an die Wand: Genannt wurden etwa „Durchhaltevermögen“, „tauchen“, „lesen“, „freundlich sein“ und „schnitzen“. Wenn man seine Stärken mit anderen teilt, so Wolfinger, verstärken sie sich. Die eigenen Stärken zu erkennen, sagt die Professorin, sei wichtig für die Entwicklung der psychischen Widerstandskraft, auch Resilienz genannt. Zum Abschluss wurden die Stärke-Kärtchen mit Bastelmaterial kreativ aufbereitet.

Dass die Kinder-Uni beim studentischen Nachwuchs ankommt, steht für die Organisatoren außer Frage. Wolfinger berichtet von Reaktionen wie „Danke, das hat echt Spaß gemacht.“ Eine andere Teilnehmerin habe gleich gefragt, wann findet die nächste Kinder-Uni stattfinde.

Die Kinder-Uni sei Teil der „Third Mission“ einer Universität, erklärt Egon Endres. Neben ihren Kernaufgaben, der Lehre und Forschung, verflechten sich Hochschulen verstärkt mit ihrer Umwelt – in Bezug auf die Gesellschaft, Wirtschaft oder die Kommunen. „Wir wollen mit den Kindern in den Dialog kommen“, sagt der Professor, „sie sollen echte Hochschulatmosphäre schnuppern.“ Dass die KSH in der unmittelbaren Umgebung so auch stärker wahrgenommen wird, ist ein günstiger Nebeneffekt: „In Benediktbeuern, Bichl und anderen Dörfern in der Umgebung wohnen viele neu zugezogene Familien“, sagt Endres. 

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