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Benediktbeuern:"Ein Sinnstifterort"

Bücher, Schmuck und Klosterprodukte finden sich im modernisierten Benediktbeurer Klosterladen.

(Foto: Veranstalter/oh)

Das Kloster Benediktbeuern eröffnet seinen neuen Laden, der nicht primär touristisch ausgerichtet ist

Vom futuristischen Glaskubus auf dem Großparkplatz bis zu den oft diskutierten Klosterwelten - viele Ideen sind in den vergangenen Jahren in die Überlegungen zur Modernisierung des Klosterladens im Kloster Benediktbeuern eingeflossen. Am Samstag war es die vermeintlich "kleinste Variante" von allen, die Klein und Groß begeisterte: Dort, wo schon einmal - vor genau 40 Jahren - der Klosterladen neu eröffnet worden war, feierten rund 200 Stammkunden, Klosterbesucher, Salesianer, Mitarbeitende und Gäste, darunter auch der Passauer Bischof und Salesianerpater Stefan Oster, die Wiedereröffnung und Segnung der modernisierten Geschäftsräume.

Für die Leiterin des Klosterladens, Simone Spohr, ein besonderer Moment. "Seit ich hier vor sieben Jahren begonnen habe, wurde viel über Umbau, Erweiterung, Auslagerung oder Modernisierung gesprochen. Das, was jetzt hier realisiert wurde, ist zwar vielleicht nur die kleinere Lösung, aber es ist eine sehr großartige", freute sich die 43-Jährige und richtete ihren Dank nicht nur an Ladenbauer und heimische Handwerkerschaft, sondern vor allem an ihr zehnköpfiges Team, das "über sich hinausgewachsen" sei.

Regional, nachhaltig und religiös ist das erweiterte Angebot. Rund 50 000 Produkte füllen die neuen Auslagen aus edlem Eichenholz, die platzoptimiert in Rundbögen und Mauerwerk des barocken Klosters eingepasst und ins rechte Licht gerückt wurden. Hiermit wurde die darauf spezialisierte Ladenbaufirma Kreft aus Hannover beauftragt, die im Januar die Arbeiten durchführte. Ein neues Augenmerk im Verkauf liegt auf christlichem Schmuck. In einer Vitrine im Eingangsbereich finden sich Armbänder, Ketten und Ringe wieder, allesamt Fairtrade-Produkte. "Nachhaltigkeit und Regionalität sind uns sehr wichtig", betonte Spohr. Auch Klosterprodukte wie Honig, Schnaps und Bier nehmen einen großen Teil der Verkaufsfläche ein. Hochzeit, Taufe oder Erstkommunion sind eigene Themenbereiche in den Regalen und auf den Tischen. Neben theologischer Literatur gibt es auf 86 Quadratmetern auch Belletristik und Kinderbücher.

Für die Don Bosco Medien GmbH in München eine gelungene Investition: "Wir haben unser Angebot nicht primär touristisch ausgerichtet, so wie es andere Klöster tun, sondern vor allem darauf geachtet, dass wir im Sinne des Klosters Produkte anbieten, die wertvoll sind - nicht im materiellen Sinne, sondern sinnstiftend", sagte Geschäftsführer Stefan Höchstädter und bestätigte, was Klosterdirektor Pater Lothar Bily definiert hatte: "Klöster sind Sinnstifterorte. Auch Benediktbeuern als geistliches Zentrum ist ein solcher Ort." Der Direktor hatte am Wochenende viel zu tun. Am Freitagabend war er Gastgeber einer Lesung seines Mitbruders Stefan Oster aus dessen neuem "Credo". Am Samstag stand ein anderes Buch im Mittelpunkt, die Salesianer Don Boscos stellten ihr neues, erweitertes Liederbuch "God for You(th)" vor. Und während die Erwachsenen durch den neuen Klosterladen stöberten, gab's für die "Kleinen" ein Zauberprogramm.

© SZ vom 02.03.2020 / SZ

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