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Benediktbeuern:Bürgerinitiative klagt nicht

Um das Gewerbegebiet zu vergrößern, soll der Lainbachwald in Benediktbeuern verschwinden. Eine Bürgerinitiative wehrt sich dagegen.

Das Verfahren um die Herausgabe der Dokumente soll die Debatte um den Lainbachwald nicht verzögern. Den Gemeinderatsbeschluss halten die Aktivisten nach wie vor für rechtswidrig.

Die Bürgerinitiative "Rettet den Lainbachwald" wird nicht gegen die Gemeinde Benediktbeuern klagen. Dies teilt Sprecher Hans Schweiger mit. Zwar halte man den Beschluss des Gemeinderates, das Bürgerbegehren für den Erhalt des Waldes abzulehnen, nach wie vor für rechtswidrig. Allerdings seien sich die Mitglieder der Initiative einig, dass es zielführender sei, "die Thematik im Dorf zu belassen", erklärt Schweiger. Sie verzichten zugleich darauf, von Bürgermeister Hans Kiefersauer (CSU) weiterhin die Herausgabe zweier Dokumente zu verlangen. Dabei handelt es sich um das Schreiben der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt, wonach der kleine Lainbachwald kein Biotop sei, und den Brief des Rechtsanwalts vom bayerischen Gemeindetag, der darin die Ablehnung des Bürgerbegehrens empfiehlt.

Manche Betriebe könnten auch in einem Mischgebiet arbeiten

Bis zum 29. Dezember hätte die Bürgerinitiative noch Zeit gehabt, eine Klage gegen den Beschluss des Gemeinderates einzureichen. Hielte man an einem Gang zum Gericht fest, geriete die öffentliche Debatte über das von der Kommune geplante Gewerbegebiet im Lainbachwald ins Stocken, befürchten die BI-Mitglieder. Das Verwaltungsgericht München dürfte sein Urteil vermutlich in einem, vielleicht erst in zwei oder drei Jahren fällen und dann auch bloß darüber befinden, ob das Begehren wegen eines Formfehlers rechtmäßig abgelehnt wurde oder nicht. Eine Entscheidung, ob der Wald stehen bleiben darf, werde das Gericht ohnehin nicht treffen, sagt Schweiger. Schließlich wäre man dann "am gleichen Punkt wie jetzt, da auch danach der Diskurs über den Wald-Erhalt geführt werden müsste". Die Einwohner von Benediktbeuern wollten aber jetzt beteiligt werden, "und nicht erst in einigen Jahren", sagt Hannah-Sophie Buchner von der Bürgerinitiative.

Kompromisse, die zur Rettung des Wäldchens führen, wären nach dem Dafürhalten der BI durchaus denkbar. Ein großer Teil der bisher genannten Betriebe könnte zum Beispiel in ein Mischgebiet ziehen, denn sie verursachten nicht so viel Lärm und Verkehr, dass sie in einem reinen Gewerbegebiet untergebracht werden müssen, führt Schweiger aus. "In einem Mischgebiet wäre die Ansiedlung der heimischen Handwerksbetriebe wie Ofen- und Heizungsbauer, Installations- und Montagebetriebe möglich." Dies hätte der BI zufolge auch den Vorteil, dass dort Wohnhäuser erlaubt seien - "was angesichts der Wohnungssituation in Benediktbeuern einen Gewinn darstellen würde". Mit dieser Überlegung wäre eine neue Suche nach Standorten im ganzen Ortsgebiet möglich. "Die wichtige Biotop-Verbundachse zwischen Benediktenwandgebiet und Moos könnte erhalten bleiben", erklärt BI-Sprecher Schweiger.