Süddeutsche Zeitung

Belebung der Altstadt:Soziales Bier

Im Pop-up-Laden präsentieren kleine Unternehmen ihre Produkte

Jessica Kaiser und Keywan Kiarass haben allerlei Pulver, Samen und Beeren mitgebracht. Die beiden Unternehmer vertreiben das edel verpackte sogenannte "Superfood" - Lebensmittel mit einem besonders hohen Nährstoffgehalt - bis jetzt überwiegend online. Nun wollen sie ihre Waren auch zum Anfassen präsentieren und, selbstverständlich, auch verkaufen. Deshalb stehen sie im temporären Pop-Up-Store, der in der ehemaligen Sparkassenfiliale am Untermarkt 1 in Wolfratshausen eröffnet wurde.

Kaiser und Kiarass sind zwei von 14 Kreativschaffenden, die einen Monat lang ihre Produkte anbieten und ausprobieren, ob sie beim Kunden ankommen. Das Sortiment reicht von künstlichen Orchideen, zu Kerzenleuchtern umfunktionierten Geweih-Abwurfstangen und bayerischen Gewürzmischungen bis hin zu sozial gebrautem Bier.

Der Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) zeigt sich beeindruckt ob der großen Produktvielfalt und macht den Beteiligten Hoffnung: "Wenn der Pop-up-Store gut läuft, muss man schauen, ob er vielleicht verlängert oder woanders weiterbetrieben wird", sagt er. Die Betreiber um Initiatorin Dorien Meima-Schmid hoffen auch, dass der in Kürze eröffnende Christkindlmarkt in der Wolfratshauser Altstadt Schaulustige in den Laden zieht. Viele der lokalen Start-Ups - kleine oder im Aufbau begriffene Unternehmen - haben sich deshalb auf den Weihnachtsverkauf spezialisiert: Kaiser und Kiarass haben zusammen mit der Schokoladenmanufaktur Bernhofer in Wolfratshausen einen "Superfood Adventskalender" gestaltet. Besonders freut sich Meima-Schmid, dass die Bierbrauerei "Quartiermeister" ihren Weg nach Wolfratshausen gefunden hat. Deren Konzept ist einfach: Den aus dem Bierverkauf generierten Gewinn spendet das Unternehmen an soziale Projekte und Einrichtungen.

Wer den Pop-Up-Store in der Hoffnung betritt, technische Weltneuheiten und geniale Geschäftsideen zu entdecken, die das Siegel "Start-Up" vielleicht aus Amerika verheißt, wird vermutlich enttäuscht werden. Dafür bieten die 14 Aussteller handgemachte, liebevoll gestaltete und vor allem lokale Produkte an. Wer also in aller Ruhe mit der Weihnachtsgeschenke-Suche beginnen möchte, könnte am Untermarkt 1 fündig werden.

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Quelle:
SZ vom 16.11.2018
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