Bad TölzDas Jahr der Baustellen

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Der Vorplatz des Traditionsgasthauses "Tölzer Bräustüberl" an der Wachterstraße soll neu gestaltet werden. Die Stadt muss die Arbeiten im November noch einmal ausschreiben.
Der Vorplatz des Traditionsgasthauses "Tölzer Bräustüberl" an der Wachterstraße soll neu gestaltet werden. Die Stadt muss die Arbeiten im November noch einmal ausschreiben. (Foto: Harry Wolfsbauer)

Das Tölzer Bauamt gibt einen Überblick über Stand der diversen Projekte - vom Altstadtviertel Gries bis zum Moralt-Areal.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

2022 ist das Jahr der Baustellen in Bad Tölz. Die Telekom verlegt Glasfaser im Kurviertel, die Stadtwerke buddeln fürs Nahwärmenetz, die Sanierung der Brücke über die Bundesstraße 472 ist nach fast drei Jahren noch immer nicht fertig. Und auch die Stadt selbst hat etliche Bauprojekte am Laufen, wobei das undichte Dach auf dem Neubau der Jahnschule die meisten Probleme aufwirft. Immerhin sei der südliche Garten am neuen, viergruppigen Kindergarten neben der Schule inzwischen fertiggestellt, sagte Stadtbaumeister Florian Ernst im Bauausschuss des Stadtrats. Und auch andernorts geht es voran.

Im Altstadtviertel "Im Gries" zwischen Fußgängerzone und Isar ist der erste Bauabschnitt mittlerweile so gut wie beendet. Die Verlegung des neuen Pflasters am Jungmayrplatz und in der Konradgasse sei weitgehend abgeschlossen, teilte Ernst mit. Bis Ende Oktober sollen noch die Natursteinarbeiten und der Breitbandausbau im Viertel erledigt sein. Wann der zweite und dritte Bauabschnitt folgen, ist allerdings noch unklar. Zuvor müsse man den Hochwasserschutz klären, so Ernst.

In der Schwebe befindet sich auch die Gestaltung des Vorplatzes vor dem renovierten Gasthof Bräustüberl. Die Pläne für das Areal an der Wachterstraße wurden im Frühjahr im städtischen Bauausschuss vorgestellt, passiert ist seither wenig. Auf die Ausschreibung sei bloß ein Angebot eingegangen - und das sei fehlerhaft gewesen und habe 30 Prozent über handelsüblichen Kosten gelegen, so Ernst. Im November soll es ein neues Vergabeverfahren starten. Der Stadtbaumeister hofft dann, im Januar den Auftrag für den Gasthaus-Vorplatz zu vergeben und im Mai mit der Umgestaltung zu beginnen. Langsam geht es auch bei der Erweiterung des Kurhauses vorwärts. Vor einem Jahr beschloss der Stadtrat dafür eine Machbarkeitsstudie, im Frühjahr wurden Architekturleistung, Freianlagen, Fassadengestaltung, Platzgestaltung und Technik ausgeschrieben. Ziel ist es Ernst zufolge, im Dezember in einem Treffen mit Architekten und Fachplanern ins Detail zu gehen.

2023 will die Stadt Bad Tölz eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Moralt-Areals vorstellen. Auch die Bevölkerung soll bei einem Stadtspaziergang ihre Ideen einbringen können.
2023 will die Stadt Bad Tölz eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Moralt-Areals vorstellen. Auch die Bevölkerung soll bei einem Stadtspaziergang ihre Ideen einbringen können. (Foto: Harry Wolfsbauer)

Seit Jahren liegt das Moralt-Areal an der Lenggrieser Straße brach, Was mit den teils denkmalgeschützten Gebäuden und dem Gelände geschehen soll, ist noch immer verschwommen. Im August habe man einen Stadtplaner mit der Bestandsaufnahme und der Grundlagenermittlung beauftragt, erklärte der Stadtbaumeister. Unter Beteiligung des Eigentümers sollen dann Entwicklungsziele formuliert werden, auch die Bevölkerung soll bei einem Stadtspaziergang ihre Ideen einbringen. Im Anschluss würden diverse Alternativen herausgearbeitet, eine Vorzugsvariante ausgewählt, ein Architektenwettbewerb gestartet. 2013, so Ernst, werde man eine Machbarkeitsstudie zum Moralt-Areal vorstellen.

Was den Straßenbau angeht, so wird die Bairawieser Straße übernächste Woche asphaltiert und bekommt eine Tragschicht. Damit ist der unter Anliegern umstrittene Ausbau jedoch nicht beendet. Bauamtsleiter Christian Fürstberger rechnet damit, "dass wir 2023 noch zwei, drei Monate brauchen". Ein Grund dafür sei, das ungewöhnlich viele Spartenleitungen für Strom, Wasser, Kanal oder auch Breitband verlegt werden müssten. Eine Rolle spiele zudem, dass sich Eigentümer zum Teil geweigert hätten, die Arbeiten auf ihrem Grund stattfinden zu lassen. "Wir müssen diese also auf die Straßen verschieben", so Fürstberger. Die Stadt werde aber dafür sorgen, dass die Bairawieser Straße "im Winter durchfahrbar" bleibe.

Ein wenig Kopfschmerzen bereitet dem Bauamt der Kanalbau zum neuen Naturhotel "Bergeblick" auf der Wackersberger Höhe. Eine Anbindung über die Brücke auf der kurvenreichen Straße vom Kurviertel hinauf zum Hotel sei nur mit sehr viel Aufwand möglich, sagte Fürstberger. Dies würde einen sechsstelligen Betrag verschlingen. Die Alternative wäre, den Kanal auf geradem Weg unter der Bundesstraße 472 hinauf zur Höhe zu verlegen - "aber es hat sich leider herausgestellt, dass der Baugrund dort zu schlecht ist". Vielleicht könne man das Problem über eine andere Technik oder mit einem Stahlrohr lösen, sagte der Bauamtschef. Falls nicht, müsse man "in den sauren Apfel beißen und entlang der Brücke bauen". Viel Zeit bleibt nicht. Investor Johannes Tien will das Hotel im Mai nächsten Jahres eröffnen. "Wir sind unter Zugzwang, weil der Bauherr sehr schnell ist", so Fürstberger.

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