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Bauprojekt mit sozialer Komponente:"Dietramszeller Osterwunder"

Gemeinderat stockt Budget für neues Schützenhaus Linden auf

Von Petra Schneider, Dietramszell

Der Bau eines neuen Schützenhauses in Linden wird weiter verfolgt. In einer Sondersitzung hat der Dietramszeller Gemeinderat am Dienstag mit einer Gegenstimme von Hubert Prömmer (Grüne) beschlossen, den Ansatz im Haushalt auf 300 000 Euro aufzustocken und das Projekt umzusetzen, wenn eine Leader-Förderung von 50 Prozent bewilligt wird. Darüber entscheidet am 19. April der Leader-Lenkungsausschuss. Das Projekt stand auf der Kippe, weil sich die geschätzten Kosten für die Gemeinde von 90 000 Euro um gut 200 000 Euro erhöht haben. Diese Steigerung soll nun aus den Rücklagen finanziert werden, was laut Kämmerin Katharina Laß möglich ist. "Da sind auf jeden Fall noch 200 000 Euro drin", hatte sie bei der Verabschiedung des Haushalts vergangene Woche erklärt.

Das neue "Gemeinschaftshaus", das auch anderen Vereinen zur Verfügung stehen soll, ist auf dem Hanggelände zwischen altem Schulhaus und Kindergarten geplant. Bisher waren die Schützen im Obergeschoss des Schulhauses untergebracht, das laut einem Gemeinderatsbeschluss von 2017 aber zu einem reinen Wohnhaus mit vier kostengünstigen Einheiten umgebaut wird. Die Kindergartengruppe im Erdgeschoss wird deshalb in einen neuen Anbau an den Kindergarten verlegt, auch die Schützen müssen ausziehen. Am Dienstag stellte Planer Robert Illner den Entwurf für das neue Domizil vor: Der Zugang soll barrierefrei über die Straßenseite erfolgen. Im Erdgeschoss sind Sanitäranlagen, ein Lagerraum sowie ein großer Gruppenraum geplant. Auch eine kleine Küche ist vorgesehen. Im Keller soll es zwei kleine Umkleiden sowie einen "Multifunktionsraum" mit elektronischen Schießständen und einen Aufsichtsraum geben. Das Gebäude wird an ein Fernwärmenetz im Ort angeschlossen. Als Gesamtnettokosten hat Illner 636 000 Euro berechnet: 80 Prozent Baukosten von 507 000 Euro. 20 Prozent, also 129 000 Euro, wollen die Schützen in Eigenleistung erbringen. Auch dafür könnte es eine Förderung geben.

Leader-Manager Andreas Wüstefeld, der per Video zugeschaltet war, bescheinigte dem Projekt gute Chancen: Der Schwerpunkt liege auf der Förderung ehrenamtlicher Projekte in den Bereichen Sport, Kultur oder Brauchtum, "da passt das gut rein". Zweiter Bürgermeister Anton Huber (BLD) warb eindringlich für das neue Gemeinschaftshaus. Die Rücklagen seien eigens für solche Ausgaben vorbehalten, "andere Projekte sind dadurch nicht in Gefahr", sagte er. Falls der Lenkungsausschuss allerdings gegen eine Förderung entscheide, "dann müssen wir die Finanzierung komplett neu planen". Maria Spindler (Grüne) unterstrich den hohen sozialen Wert des Projekts. Die CSU, die letztlich geschlossen zustimmte, äußerte Bedenken. Um den Haushalt ausgleichen zu können, seien in den Vorberatungen monatelang Leistungen gestrichen, gekürzt oder verschoben worden, sagte Michael Häsch. Dass das Geld nun "auf einmal da ist", gleiche einem "Dietramszeller Osterwunder". Thomas Bachmeier sprach von einem finanziellen "Wagnis", die Gemeinde müsse unbedingt "den Deckel drauf lassen".

© SZ vom 15.04.2021
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