Bauarbeiten an der Bundesstraße 11Geduldsprobe für Autofahrer

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Wegen Sanierungsarbeiten kommt es auf der B 11 von Montag an gleichzeitig zu mehreren Verkehrsbehinderungen - sogar auf der offiziellen Umleitungsstrecke.

Ingrid Hügenell

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Die Situation auf den Straßen wird für viele Menschen, die in Schäftlarn und Icking wohnen oder arbeiten, für einige Zeit schwierig. Denn die Bundesstraße 11 wird von Montag an für etwa fünf Wochen in Ebenhausen komplett gesperrt.

Vom 16. April an wird auf dem ersten Bauabschnitt die Straße ausgebessert.
Vom 16. April an wird auf dem ersten Bauabschnitt die Straße ausgebessert. Grafik: Beck, Foto: Neubauer

Seit vorigem Dienstag wird zudem die dritte von insgesamt vier Stützmauern am Wolfratshauser Berg instand gesetzt. Die Straße, auch hier die B 11, wird halbseitig gesperrt, der Verkehr mit Ampeln geregelt. Ickinger kommen also mit dem Auto weder problemlos nach Schäftlarn noch nach Wolfratshausen. Wer auf die Autobahn will, muss damit rechnen, länger unterwegs zu sein als sonst.

Entwarnung gibt es allerdings für die Ebenhausener selbst. Denn wie das zuständige Freisinger Straßenbauamt mitteilt, können Anlieger ihre Ortsdurchfahrt befahren. Es müsse aber mit erheblichen Einschränkungen gerechnet werden und damit, dass kurzzeitig Einfahrten zu Häusern gesperrt werden. Wenn die neue Fahrbahndecke asphaltiert wird, laut Straßenbauamt voraussichtlich am 25. oder 26. April, muss die Ortsdurchfahrt für 24 Stunden komplett gesperrt werden. Schulbusse können bis einschließlich Mittwoch, 18. April, die B 11 benutzen.

Von 19. April an fahren die Busse zum Gymnasium im Kloster Schäftlarn vom S-Bahnhof Ebenhausen durch Hohenschäftlarn dorthin. Von Anfang an müssen Schüler aus Straßlach, die das Ickinger Gymnasium besuchen, einen weiten Umweg in Kauf nehmen. Ihre Busse fahren über Deinung und Wolfratshausen, werden also länger unterwegs sein als sonst.

Behinderungen gibt es auch auf der offiziellen Umleitungsstrecke für Fahrzeuge, die nicht auf die Autobahn dürfen: Die Ortsdurchfahrt Berg, Teil dieser Umleitung, wird seit vorigem Dienstag ebenfalls saniert. Auch regeln Ampeln den Verkehr. Die allgemeine Umleitung erfolgt über die Autobahn. Bis 27. April soll der erste Bauabschnitt fertig sein - wenn das Wetter mitspielt.

Ist es zu kalt oder nass, können die Arbeiten auch länger dauern. Günter Wangrin, Filialleiter der Ebenhauser Tengelmann-Filiale, die direkt an der B11 liegt, befürchtet Einbußen durch die Sperrung: "Das wird sehr, sehr schwierig für uns. Wir wissen nicht, wie die Leute hin- und herkommen. Wir wissen nicht einmal, wie wir selber herkommen." Vorsichtshalber hat Wangrin die Lieferfirmen gebeten, nur kleine Wägen zu schicken. Die könnten sich wohl durch die Ortschaft schlängeln. "Ich kann mich nur überraschen lassen. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt. Unter Umständen wird das sehr, sehr teuer."

Wangrin ist verärgert, dass er nicht früher über die Bauarbeiten informiert wurde, sondern erst aus der Zeitung davor erfuhr - sonst hätte man sich besser vorbereiten können, meint er. Sophie von Lenthe, Inhaberin der Ebenhauser Buchhandlung Isartal, sieht die Sache deutlich gelassener: "Ich finde es nicht so schlimm." Die Straße müsse nun mal saniert werden, das werde knapp zwei Wochen dauern, "und dann ist es wieder vorbei", sagt sie.

Doch auch sie rechnet mit Umsatzeinbußen und hat deshalb Internet-Shop und Lieferservice der Buchhandlung beworben. "Die Post findet den Weg bestimmt", ist von Lenthe überzeugt. Zudem hält sie die Kunden per E-Mail auf dem Laufenden. Der Weg, den die Post finden muss, führt durch die Wohngebiete von Ebenhausen. Diese inoffizielle Ausweichroute werden wohl viele Ortskundige nehmen, wie eine Frau, die in Großdingharting wohnt und in Icking arbeitet. Sie werde früher aufbrechen und durch den Ort fahren, sagt sie.

Gar keine Angst vor der Sperrung hat Karin Schmid, Inhaberin des Landhotels Klostermaier in Icking. Das Hotel sei voll, die meisten Gäste flögen nach München und kämen dann mit den S-Bahn nach Icking. Ebenso nutzten viele Restaurantbesucher die S-Bahn, wie auch einige Angestellte. Die anderen müssten eben kurze Umwege fahren.

Ende April ist das Schlimmste überstanden. Danach wird zwar ein weiteres Stück der B 11 saniert, von der Abzweigung zum Kloster in Ebenhausen bis zur Schäftlarner Ortsmitte. Hier führt die Umleitung aber über die beiden Staatsstraßen, die Ebenhausen und Hohenschäftlarn mit dem Kloster verbinden. Im dritten Bauabschnitt schließlich, der die Strecke vom nördlichen Ortsrand Hohenschäftlarns bis zum südlichen Ortseingang Baierbrunns umfasst, bleibt die B 11 immerhin in eine Richtung befahrbar: von Norden nach Süden. Wer andersherum unterwegs ist, muss erneut einen Umweg über die Autobahn oder Neufahrn und Wangen in Kauf nehmen.

© SZ vom 14.04.2012 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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