Rundgang in Bad Tölz:Ideen fürs Kurviertel

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Rundgang in Bad Tölz: Über die künftige Gestaltung des Kurviertels wollen Arnold Torhorst und Manfred Schmid bei einem Rundgang mit Tölzerinnen und Tölzern diskutieren, die dabei ihre Idee vortragen sollen.

Über die künftige Gestaltung des Kurviertels wollen Arnold Torhorst und Manfred Schmid bei einem Rundgang mit Tölzerinnen und Tölzern diskutieren, die dabei ihre Idee vortragen sollen.

(Foto: Manfred Neubauer)

Arnold Torhorst und Manfred Schmid planen Stadtteil-Spaziergang und wollen Vorschläge aus der Bevölkerung sammeln.

Von Klaus Schieder

Die Diskussion über die Zukunft des Tölzer Kurviertels wird meist von zwei Antipoden geprägt: Auf der einen Seite steht die Stadt, die eine vorwiegend touristische Nutzung des Badeteils anstrebt, auf der anderen die Jodquellen AG um Geschäftsführer Anton Hoefter, der für ihren Grund- und Immobilienbesitz - Wandelhalle, Jodquellenhof, Alpamare-Areal - vor allem Wohnbebauung vorschwebt. In diesem Streit kommen Arnold Torhorst und Manfred Schmid die Ideen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger zu kurz. Beide planen deshalb einen Rundgang durch den Stadtteil - ganz ähnlich wie den Stadtteilspaziergang, den Initiator Manfred Voigt am Wochenende in der Lettenholz-Siedlung veranstaltet hat, zusammen mit den Tölzer Grünen. "So stelle ich mir das auch im Badeteil vor", sagt Torhorst, Geschäftsführer des Real-Verbunds (Rehabilitation, Arbeit, Leben) für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Spartenchef Gesundheit des Unternehmervereins "Wir für Tölz".

Als Grundlage soll das "Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept" (ISEK) dienen, das vom Büro "Die Stadtentwickler" aus Kaufbeuren vergangenes Jahr im Auftrag der Stadt fertiggestellt wurde. Dieses Drehbuch, findet Torhorst, sei eine "sehr gute Grundlage"- auch wenn er ein paar Korrekturen zum Gesundheitssektor im Kurviertel ans Rathaus weitergeleitet hat. Ziel einer solchen Exkursion sei es, "dass Bürgerinnen und Bürger links und rechts der Isar äußern, was sie sich vorstellen", sagt er. Und all dies "unabhängig von der Stadtverwaltung, unabhängig von Hoefter". Immerhin gehe es um eine "Riesenveränderung" und damit auch um eine "Riesenchance" für den gesamten Ortsteil, der bis zur Seehofer'schen Gesundheitsreform in den Neunzigerjahren von der alten Sozialkur geprägt war. Und noch immer, so Torhorst, seien dort hochwertige Angebote zu bekommen, was Medizin und Gesundheit angeht. "Das Badeteil hat ja seine Funktion, auch wenn es die ursprüngliche Funktion Kur längst verloren hat".

Rundgang in Bad Tölz: Arnold Torhorst, Geschäftsführer des Real-Verbunds und Spartenchef Gesundheit des Unternehmervereins "Wir für Tölz".

Arnold Torhorst, Geschäftsführer des Real-Verbunds und Spartenchef Gesundheit des Unternehmervereins "Wir für Tölz".

(Foto: Manfred Neubauer)

Für Manfred Schmid, der als Junge noch im Tölzer Knabenchor in der Wandelhalle gesungen hat, haben die von Hoefter vorgestellten Visionen mit Spielplatz, Gewerbe, ein wenig Gastronomie und großen Wohnbauprojekten durchaus ihren Sinn. Wenn die beiden Hotels an der Bockschützstraße und das Hotel "Bergeblick" auf der Wackersberger Höhe entstehen, dann brauche es in Bad Tölz kaum noch große Beherbergungsbetriebe, meint er. Denn die Häuser seien ja normalerweise nur zu 40 Prozent ausgelastet. Wichtig sind ihm jedoch bezahlbare Wohnungen im Kurviertel, etwa durch Baugenossenschaften. Torhorst, der seit 1989 im Kurviertel wohnt, glaubt hingegen, dass es der Jod AG vor allem um hochpreisigen Wohnungsbau geht.

In Bad Tölz, kritisiert der Real-Geschäftsführer, schlage die Stadtverwaltung vor, was der Stadtrat dann beschließe, und der Bürger schaue zu. Dagegen müsse es doch so sein, dass die Bürger den Stadtrat wählten, der die Projekte beschließe, die von der Stadtverwaltung sodann umzusetzen seien. Manfred Schmid verspricht sich von einem Stadtteilspaziergang, dass "ein Brainstorming zustande kommt". Im Kurviertel, sagt er, gebe es "einen großen Anteil an Leuten, die ein Konzept sehen wollen". Das liege mit dem ISEK-Drehbuch ja auch auf dem Tisch. "Aber wie ich sehen, wird nichts daraus gemacht."

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