Bad Tölzer PolitikGeld für Reiter und Wassersportler

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Stadtrat gewährt großzügige Zuschüsse für Tölzer Vereine

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

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Der Wassersportverein Bad Tölz (WSV) hat ein Problem. Die Tölzer Stadtwerke rechnen von 2021 an die tatsächlichen Buchungszeiten für das Hallenbad auf der Flinthöhe ab, außerdem erhöhen sie die Gebühr auf 32 Euro pro Stunde. Für die Wassersportler bedeutet dies, dass sie künftig nicht mehr pauschal 6000 Euro pro Jahr für die Nutzung des Schwimmbads zahlen, sondern mit 10 880 Euro beinahe das Doppelte. Deshalb stellte der Verein einen Zuschussantrag, der vom Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats jetzt einstimmig gebilligt wurde. Nächstes Jahr fließen 2500 Euro an den WSV, wie es danach weitergeht, wird noch entschieden.

Kämmerer Hermann Forster stellte im Ausschuss klar, dass die Stadtwerke auch mit 32 Euro pro Stunde bei Weitem nicht das Defizit ausgleichen können. Die Kostendeckung liege gerade einmal bei circa 25 Prozent, teilte er mit. Zum Vergleich verwies er auf die Nachbarstadt Geretsried, wo es "eine ähnliche, aber massivere Diskussion" über die Nutzung des neuen interkommunalen Hallenbads durch die Vereine gebe. "Dort schlagen die Wellen weit höher als bei uns", sagte Forster. Auf der anderen Seite ist der neue Gebührensatz für den WSV nicht ganz zu stemmen. Dazu müsste er laut Forster seine Mitgliedsbeiträge schon um 20 Prozent erhöhen. Bereits jetzt liege er aber im Vergleich mit anderen Vereinen an der oberen Grenze, was die Jahresgebühren betrifft. Peter von der Wippel (FWG) wollte wissen, warum von dem bisherigen Pauschalbetrag auf die Berechnung der tatsächlichen Nutzungszeiten umgestellt worden sei. "Das ist für beide Seiten das Gerechtere", so Forster.

Einen Zuschuss der Stadt erhält auch der Reiterverein Bad Tölz, der den Bodenbelag in der Reithalle in Reichersbeuern austauschen muss. In diesem Gebäude, das er gepachtet hat, bietet der gemeinnützige Verein nicht bloß Reitstunden an, sondern hat dort auch Pferde in Pension und betreibt Jugendarbeit für derzeit 87 Mädchen und Jungen. In den vergangenen Jahrzehnten hatte er noch nie einen Zuschussantrag an die Stadt gestellt. Nun aber muss er viele Ausgaben auf einmal stemmen: 10 000 Euro werden für den Bodenbelag fällig, 13 400 Euro kostet die Sanierung der Elektroanlage in der Halle, 4200 Euro muss er für ein neues Schulpferd aufbringen und nochmals 1000 Euro für die Flutlichtanlage, die ansonsten mit viel Eigenleistung hergerichtet wurde. Überdies summieren sich die coronabedingten Ausfälle bei den Mitgliedsbeiträgen, den Gebühren für die Reitstunden und Ferienfreizeitkurse auf etwa 8000 bis 10 000 Euro. Die Rücklagen belaufen sich auf 28 000 Euro, was nicht ganz reicht.

Die Stadträte billigten einen Zuschuss für den Bodenbelag von 30 Prozent der Gesamtkosten, maximal jedoch 3000 Euro. Bärbel Weixner (Grüne) und Karsten Bauer (CSU) plädierten dafür, ein geringeren Zuschuss und den Rest als zinsloses Darlehen zu geben. Dann bleibe dem Verein jedoch fürs laufende Jahr nichts mehr übrig, gab stellvertretende Kämmerin Silke Furmanek zu bedenken. Anton Mayer (CSU) verwies darauf, dass der Reiterverein finanziell "noch nie auf unseren Schultern gesessen hat". 30 Prozent Zuschuss halte er für angemessen. Ähnlich äußerte sich Willi Streicher (SPD). "Wenn der Verein jetzt einmal kommt, weil bei ihm drei Sachen auf einmal passiert sind, kann man den Zuschuss geben."

© SZ vom 11.12.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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