Bad Tölz- WolfratshausenZwist um Digitalisierung

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Dritter Landrat Klaus Koch fordert Systembetreuung für Schulen

Von Klaus Schieder, Bad Tölz- Wolfratshausen

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Für Klaus Koch (Grüne) gibt es keinen Zweifel: Wenn die Kreisräte nun bis Februar in den diversen Fachausschüssen über den Kreishaushalt 2021 beraten, müssen sie auch über neues Personal in den Schulen sprechen, das dort fürs Computersystem zuständig ist. "Das wesentliche Problem ist die Systembetreuung", sagte der dritte Landrat und Leiter des Sonderpädagogischen Förderzentrums Bad Tölz in der Sitzung des Kreistags am Schulzentrum Geretsried. Ohne neue Stellen werde man "den Anforderungen an den modernen Unterricht so nicht standhalten können". Landrat Josef Niedermaier (FW) regierte genervt auf die Forderung. "Da wird auf verdammt hohem Niveau gejammert", erwiderte er.

In seiner Haushaltsrede hatte Niedermaier eingeräumt, dass Deutschland in puncto Digitalisierung der Schulen international weit hinterherhinke. Die Corona-Pandemie wirke dabei "wie ein Brandbeschleuniger", sagte er. Im Landkreis seien das Gymnasium sowie die FOS/BOS in Bad Tölz mit einer Internet-Geschwindigkeit von 100 bis 500 Megabit versorgt, für alle anderen Schulen sehe es schlechter aus. Eine erste Ausschreibung des Landkreises sei ohne Antwort geblieben, dann habe sich T-Systems gemeldet, so der Landrat. Allerdings werde die Tochtergesellschaft der Telekom erst ab Oktober 2021 aktiv. Was die Ausstattung der Lehrkräfte mit Geräten angehe, so seien Landkreise und Städte der Meinung, dass dafür der Dienstherr, sprich: der Freistaat, zuständig sei. Niedermaiers Vorschlag: Die Lehrerinnen und Lehrer sollten sich ihr Laptop für 700 oder 800 Euro selbst kaufen und von der Steuer absetzen können. "Aber da gibt es 1000 Bedenkenträger im Kultusministerium." Schaffe der Landkreis die Geräte an, wäre er auch dafür zuständig, dass sie funktionierten. Dazu benötige man aber Systembetreuer. Die Kosten dafür könnten jedoch nicht von alleine von Städten und Gemeinden geschultert werden. Das Kultusministerium müsse zusagen, dass sich Staat und Kommen zu jeweils 50 Prozent beteiligten, schlug Niedermaier vor.

"Die Warterei darf nicht auf Kosten von Schülern, Eltern und Lehrern gehen", kritisierte SPD-Kreisrätin Filiz Cetin. Der Landkreis müsse sich "dringend digital aufstellen und in Bildung investieren". Das Thema habe sie schon im Juli im Kreisausschuss angesprochen. Koch räumte ein, dass im Grunde genommen der Freistaat zuständig sei. Allerdings sei es notwendig, "dass wir die Systembetreuung in den Griff bekommen". Da könne man nicht warten, bis es eine Einigung zwischen dem Freistaat und den kommunalen Spitzenverbänden gebe. Die digitale Affinität sei im Landkreis durchaus hoch, erwiderte Landrat Niedermaier. Aber: "Zaubern können wir nicht." Außerdem sei der Landkreis in der Digitalisierung der Schulen "nicht das absolute Notstandsgebiet, als das wir oft dargestellt werden".

© SZ vom 09.12.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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