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Bad Tölz-Wolfratshausen:Vom Post-Streik nur tangiert

Unmittelbar im Landkreis ist niemand im Ausstand. Die Briefzentren in Schorn und Rosenheim sind aber beteiligt

Noch ist der Landkreis vom unbefristeten Streik bei der Deutschen Post kaum betroffen. In der Region streikten derzeit keine Brief- und Paketzusteller, sagte Post-Pressesprecher Klaus-Dieter Nawrath der SZ am Dienstag. Bis dato seien nur die Briefzentren in Schorn (Landkreis Starnberg) und Rosenheim bestreikt worden. Ersteres sortiert alle Briefe für die Gebiete im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit den Anfangs-Postleitzahlen 82, letzteres für alle mit den Anfangs-Postleitzahlen 83. Laut Nawrath könnten deshalb manche Sendungen erst verspätet zugestellt werden. Um mehr als ein oder zwei Tage werde sich allerdings keine Sendung verzögern. "Wir versuchen die Auswirkungen für die Kunden möglichst gering zu halten."

Um das zu erreichen, setzt die Deutsche Post laut Nawrath Ersatzkräfte aus dem Vertrieb und der Verwaltung ein. Außerdem streikten nicht alle Beschäftigten, die dies dürften, sagt Nawrath. Schon während der vorausgegangenen Warnstreiks sei es der Post gelungen, dass mehr als 90 Prozent der Sendungen normal zugestellt werden konnten. Nawrath zeigt sich optimistisch, dass dies auch jetzt wieder gelingt.

Trotz Streiks müssen Schriftstücke und Pakete im Amtsgericht weiterhin fristgerecht eingehen. Dass bestätigt Pressesprecherin Anne Köhn, Richterin in Wolfratshausen. Signifikant weniger Posteingänge kann sie bisher nicht feststellen. Letztlich seien Rechtsanwälte auch in Streiksituationen dazu verpflichtet, dass Schriftstücke rechtzeitig vor Gericht eingingen. Sie müssten diese dann eben früher absenden. Notfalls könnten normale Schreiben aber auch per Fax geschickt werden.

In seinem Schreibwarenladen samt Postagentur am Wolfratshauser Obermarkt hat Fabian Krell am Dienstagnachmittag noch nichts vom Post-Streik gemerkt. Die Kunden, die ihn darauf angesprochen hätten, ob ihre Briefe und Pakete noch rausgingen, habe er bisher beruhigen können. Womöglich dauere der Streik aber auch noch nicht lange genug, so dass die Auswirkungen einfach noch nicht spürbar hätten werden können. Bis Dienstagnachmittag hatte Krell in seiner Postagentur jedenfalls keine Schwierigkeiten. Die Zusteller hätten die Pakete und Briefe, die Kunden bei ihm abgaben, ganz normal abgeholt.

Über die Homepage der Deutschen Post können sich Kunden unter www.deutschepost.de/streikinfos informieren, ob ihre Region betroffen ist.

© SZ vom 10.06.2015 / bene
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