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Bad Tölz-Wolfratshausen:Sternfahrt der Asylhelfer

Ehrenamtliche protestieren gegen Arbeitsverbot und Abschiebung.

Ehrenamtliche Asylhelfer des Landkreises nehmen zusammen mit Unterstützern aus ganz Bayern am Samstag, 4. März, an einer Sternfahrt nach München teil. Sie wollen die Öffentlichkeit, insbesondere den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU), auf Missstände in der Asylpolitik aufmerksam machen. Vor allem wegen des restriktiven Arbeitsverbots für Flüchtlinge und der Abschiebungen nach Afghanistan seien die Ehrenamtlichen frustriert, sagt Bernd Hertwig vom Helferkreis in Icking.

Die Teilnehmer der Sternfahrt aus dem Wolfratshauser Helferkreises sowie weitere Unterstützer aus dem Nordlandkreis treffen sich am Samstag um 10.20 Uhr am Wolfratshauser Bahnhof. Irene Cunsolo-Hauptmann und Ines Lobenstein bitten, dass möglichst jeder Mitfahrer eine eigene Warnweste über der Jacke tragen sollte, beschriftet oder beheftet mit einem Text, der dem Sinn der Aktion entspricht. Denn jeder Unterstützerkreis soll vor der Abfahrt am jeweiligen Bahnhof oder am Ortsschild ein Bild machen, das unverzüglich per Handy an eine zentralen Stelle geschickt wird.

Asylhelferkreis gegen Abschiebung und Erwerbsentzug

Asylhelferkreise protestieren gegen Erwerbsentzug und Abschiebung.

(Foto: Claudia Koestler)

Die Helfer aus dem Nordlandkreis wollen dann die S-Bahn um 10.44 Uhr nehmen. Am Münchner Hauptbahnhof treffen sie gegen 11.40 Uhr an den Gleisen 5 bis 10 am Hauptbahnhof weitere Teilnehmer aus Oberbayern und ziehen daraufhin zur Theresienwiese. Dort soll um 12 Uhr auf der Treppe unter der Bavaria ein Gruppenbild fotografiert werden.

Die Organisatoren der Sternfahrt vom Netzwerk Asyl im Oberland erwarten Vertreter von mindestens 100 Unterstützerkreisen, die zu dem Bild unter der Bavaria zusammenkommen sollen. Dieses Foto soll im Anschluss an Joachim Herrmann übergeben werden. "Damit soll sich der Innenminister ein Bild machen können, wie groß der Protest in der ganzen Fläche des Landes ist", heißt es von Seiten der Organisatoren.

Zusammen mit der Fotografie soll auch die "Tutzinger Resolution" an Herrmann überreicht werden. Darin wird gefordert, dass Arbeitsverbote für Asylsuchende nicht länger an Anerkennungsquoten festgemacht werden. Restriktionen bei Bildungsangeboten gehörten abgeschafft. Zudem dürfe es in der gegenwärtigen Situation nicht länger Abschiebungen nach Afghanistan geben.

Einzelne Unterstützer können spontan mitfahren. Helferkreise, die sich per Mail an sternfahrt@asylkreis.de anmelden, erhalten eine Plakat-Vorlage. Information beim Wolfratshauser Helferkreis, Telefon 0171 /122 46 97.

© SZ vom 03.03.2017
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