Bad Tölz-Wolfratshausen Kein Geld für die Brille

Kuni X. ist schwer krank und hat nur eine winzige Rente

Von Alexandra Vecchiato, Bad Tölz-Wolfratshausen

Frauen müssen im Alter oft an allen Ecken und Enden sparen. Grund dafür sind das geringere Einkommen und weniger Versicherungsjahre. Wenn dann noch eine Erkrankung hinzukommt, kann der Lebensabend darin bestehen, jeden Cent umdrehen zu müssen. So geht es Kuni X. (Name geändert). Mit 52 Jahren ist sie an Krebs erkrankt, "da war Schluss mit arbeiten", erzählt sie. Diese fehlenden Jahre machten sich bei der Höhe ihrer Rente bemerkbar. Ohne Grundsicherung, eine Leistung der Sozialhilfe, könnte sie sich Miete und Lebenshaltungskosten nicht leisten. Da werden Anschaffungen wie eine neue Couch oder ein Kühlschrank zur Herausforderung.

Kuni X. ist eine lebenslustige, fröhliche Frau. Sie erzählt mit Verve von ihren Erlebnissen und Begegnungen mit Krankenkasse und Ämtern. Etwa die Mütterrente - "ein Witz", wie sie sagt, werde sie ihr doch von der Grundsicherung abgezogen. Da blieben nur ein paar Euro übrig. Wer die 73-Jährige so erlebt, mag nicht glauben, dass eine schwerkranke Frau gegenüber sitzt. Der Tumor an der Schilddrüse, der Darmdurchbruch, die Knorpelerkrankung, die ihr arg zusetzt - jeden Tag braucht die Rentnerin Kortison. Und nun auch noch eine Augenoperation. Mitte Januar kommenden Jahres soll die Voruntersuchung stattfinden, wohl spätestens im Februar folgt dann der Eingriff. Der Sehnerv im linken Auge sei stark geschädigt, sagt sie. Zum Grauen Star kommt wohl noch der Grüne Star. Die Untersuchung, bei der die Schädigung des Sehnervs entdeckt wurde, habe sie selbst zahlen müssen. Etwa 80 Euro habe sie gekostet. Von ihrer Krankenkasse habe sie damals zu hören bekommen: "Die ist im Budget nicht drin. Da gibt es nichts."

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Ein wenig Angst habe sie schon vor der OP. Aber nicht mehr sehen zu können, das sei eine schreckliche Vorstellung. Innerhalb eines Jahres seien ihre beiden Augen schlechter geworden. Ein Jahr ist auch ihre Brille alt. Nach der Operation wird Kuni X. eine neue Brille brauchen. Wie sie sich diese leisten solle, wisse sie nicht. Zumal sie Spezialgläser brauche, erzählt die Rentnerin.

Manchmal, sagt sie, falle sie in ein Loch. Die vielen Krankheiten machten ihr zu schaffen. Wenn nur die Augen wieder in Ordnung kämen. Sie lese doch so gerne, am liebsten Historisches, sagt Kuni X. und lacht wieder.