Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen investiert erneut Millionen in Schulen unter seiner Trägerschaft. Die Sanierung und Erweiterung der staatlichen Berufsschule an der Bairawieser Straße in Bad Tölz (Nikolaus-Trischberger-Schule) kostet laut Schätzung etwa 10,5 Millionen Euro. Der Umbau der Isar-Loisach-Realschule in Wolfratshausen wird um circa 200 000 Euro teurer, was die Gesamtkosten auf etwa 27,7 Millionen steigen lässt. Vergleichsweise günstig fallen da die Kosten für die Planung von Außenanlagen am Schulzentrum Geretsried in Höhe von 45 000 Euro aus.
An der Berufsschule werden zusätzliche Räume benötigt: sechs Klassen- und vier Differenzierungszimmer. Dass es dafür einen Bedarf gibt, hatte die damalige Schulleitung schon 2016 dem Landratsamt mitgeteilt. Die aktuelle Leitung bestätigte dies im Juni dieses Jahres. In der Schule werden immer mehr Jugendliche im Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) betreut. Dieses einjährige Vollzeitangebot richtet sich an junge Männer und Frauen, die noch keine Ausbildungsreife erreicht, beziehungsweise keine Lehrstelle gefunden haben oder Berufsfelder ausprobieren möchten, um einen passenden Job zu finden. Weil der Unterricht dieser Jugendlichen mehr Aufwand bedeute, seien Differenzierungsräume neben den Klassenzimmern wichtig, berichtete Christoph Bauer vom Hauptamt im Schul-und Bauausschuss des Landkreises. Die neuen Räume sollen in einem zweigeschossigen Anbau im Norden entstehen.
Der steigenden Anzahl an Schülerinnen und Schülern müsse auch bei den Pausenflächen Rechnung getragen werden, führte er weiter aus. Um Abhilfe zu schaffen soll – ebenfalls im Norden – ein eingeschossiger Anbau errichtet werden. Dort soll auch ein Sekretariat untergebracht werden, das es bis dato nicht gibt.
Bei den als Kosten veranschlagten etwa 10,5 Millionen Euro handelt es sich um eine grobe Schätzung. Unwägbarkeiten könnte es beim Untergrund geben: Der bestehende Schulbau steht auf Pfählen. Bauer hofft, dass die Summe reichen wird. Auch wenn es noch keine konkrete Aussage über die Höhe der Fördersumme gibt, rechnet das Hauptamt mit etwa 6,4 Millionen Euro. Bauer betonte, dass die Sanierung und der Umbau immer noch günstiger seien als eine neue Berufsschule. So ein Neubau würde fast 30 Millionen Euro kosten.

Die Isar-Loisach-Realschule in Wolfratshausen ist schon längere Zeit eine Baustelle. Dort wird das Hauptgebäude in Teilen generalsaniert. Zusätzlich wird die Schule um sechs Klassenräume erweitert und eine neue Turnhalle gebaut. Etwa zwei Drittel der Gewerke sind vergeben. Auf dieser Basis hat die Verwaltung im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen die voraussichtlichen Gesamtkosten für das Projekt aktualisiert: Statt der ursprünglichen 27,5 Millionen Euro liegen diese nun bei etwa 27,7 Millionen.
Bauer berichtete zudem, dass das Landratsamt gemeinsam mit der Stadt Wolfratshausen die Schulwegsicherheit verbessern möchte. Die Stadt denkt darüber nach, unter anderem einen Zebrastreifen zu schaffen. Der Landkreis steht indes in Verhandlungen mit einem Grundstückseigner, um einen Fußweg von der Sauerlacher Straße zur Realschule anzulegen. Die Kosten für diese Maßnahmen würden dem Ausschuss noch eigens vorgestellt, so Bauer.
In der Nachbarstadt Geretsried wurde für die Dauer der Generalsanierung des Schulzentrums an der Adalbert-Stifter-Straße ein Interimsgebäude als Ausweichmöglichkeit errichtet. Aus diesem wurde mit der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium eine Dauereinrichtung, um den Raumbedarf von Gymnasium und Realschule zu decken. Der Bau soll nicht nur innen etwas hermachen, auch die Außenanlagen sollen adrett aussehen. Nach einigen Schwierigkeiten bei der Abrechnung liege nun die Schlussrechnung des Landschaftsarchitekten vor, sagte Bauer. Sie beläuft sich auf etwas mehr als 45 000 Euro. Dass die Summe bei der Haushaltsplanung nicht berücksichtigt wurde, ist kein Problem. Es ist noch Geld übrig: mehr als 890 000 Euro, die nicht für die Schwimmbad- und Teilgeneralsanierung der Real- und Förderschule Bad Tölz aufgebraucht wurden.

