Pandemie in Bad Tölz-Wolfratshausen:Die Angst vor der nächsten Mutante

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Omikron ist die vorherrschende Coronavirus-Variante im Landkreis. Doch das Virus verändert sich weiter. Noch aber ist der wiederum ansteckendere Subtyp nicht im Landkreis entdeckt.

Von Claudia Koestler

Der Frühling ist da, und mit ihm das Bedürfnis, draußen zu sein und unter Menschen zu gehen. Die Corona-Pandemie ist jedoch nicht vorbei, das zeigen aktuellen Zahlen im Landkreis und weltweit: Die Infektionen bewegen sich weiter auf hohem Niveau, seit einigen Wochen steigen auch die Hospitalisierungen wieder. Zum Stichtag Mittwoch zählte der Landkreis 1537 Infizierte, 37 von ihnen müssen stationär behandelt werden. Damit wächst auch die Sorge, dass die steigenden Zahlen im Zusammenhang mit einer neuen und noch ansteckenderen Mutante stehen könnten. Im Landkreis ist eine solche derzeit nicht nachgewiesen. Nach Angaben der Kreisbehörde ist noch immer Omikron die vorherrschende Variante bei den Infizierten in Bad Tölz-Wolfratshausen. Die Delta-Variante, die noch im vergangenen Jahr grassierte, sei nicht mehr präsent.

Doch Omikron ist nicht gleich Omikron: Es gibt die Subtypen BA.1 und BA.2, und vor allem letztere sorgt inzwischen in vielen Ländern für steigende Infektionsraten. BA.2, zunächst in Asien und seit Januar in Großbritannien entdeckt, erhielt den Spitznamen "Stealth", Das bedeutet so viel wie "nicht auf dem Radar erscheinend", weil es bei bestimmten PCR-Tests wie die frühere Delta-Variante aussieht. Das ursprüngliche Omikron hingegen ist aufgrund einer genetischen Eigenart leicht von Delta zu unterscheiden. Unter Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht mittlerweile eine weitere Omikron-Variante, die eine Rekombination aus den Versionen BA.1 und BA.2 ist. Diese trägt den Zusatznamen XE. Laut WHO zeigen erste Untersuchungen, dass das rekombinierte Omikron noch einmal etwa zehn Prozent leichter übertragbar sein könnte als frühere Mutationen.

Dass diese XE-Variante auch schon im Landkreis vorkommt, kann das Landratsamt auf Nachfrage weder bestätigen noch ausschließen. Nur soviel ist klar: "Es werden die Subtypen von den Laboren gemeldet, aufgrund fehlender Eingabemöglichkeit in der Bearbeitungssoftware Sormas kann dies aber weder eingegeben noch ans RKI gemeldet werden." Jedes Labor müsse fünf bis zehn Prozent aller positiven Proben sequenzieren, also auf ihre Variante hin untersuchen. "Inwieweit Proben aus unserem Landkreis dabei sind, ist uns nicht bekannt", heißt es seitens der Kreisbehörde.

Im Gesundheitsamt arbeiten die meisten Kräfte bereits seit Ende 2021 nicht mehr in der allgemeinen Kontaktverfolgung, sondern konzentrieren sich auf die Bearbeitung sogenannter Indexfälle - also auf positiv getestete Menschen und auf größere, vor allem gesundheitlich gefährdete Gruppen, bei denen diese als enge Kontaktpersonen waren. "Wir arbeiten aktuell nur im Bereich von vulnerablen Einrichtung noch aktiv in der Kontaktnachverfolgung", erklärt Pressesprecherin Marlis Peischer. "Im Bereich Schulen und Kitas entscheiden die Einrichtungen selbst über weitere Maßnahmen, zum Beispiel Distanzunterricht ganzer Klassen." Ansonsten gelte die Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger. "Sie sind gemäß der derzeit geltenden Verordnung wirklich in der Pflicht, sich aus eigener Verantwortung heraus zu disziplinieren", betont Peischer. Isolationsbescheide für positiv Getestete werden tagesaktuell erstellt und wochentags per Post versandt.

Zugleich besteht unter www.lra-toelz.de/Coronavirus die Möglichkeit, durch ein Onlineformular einen positiven Test beim Gesundheitsamt zu melden. Auch Handlungsanweisungen sind hier einzusehen, sowohl im Falle einer Infektion, als auch im Falle eines engen Kontakts zu einer infizierten Person.

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