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Bahn:Bei der S 7 bewegt sich was

Im Januar stehen Gespräche mit der Bahn an, im Sommer werden die Einwendungen der Bürger behandelt. Der CSU-Abgeordnete Bachhuber sagt: "Die Verlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried kommt zwar später als erhofft, aber sie kommt."

Mehr als vier Jahre nach Ende der Einwendungsfrist soll es die Anhörung zum geplanten Ausbau der S-Bahnlinie 7 bis Geretsried geben. Der CSU-Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber aus Bad Heilbrunn erklärte am Donnerstag, Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) habe ihm zugesagt, die Anhörung werde im Sommer 2017 stattfinden. Auf die Frage, ob dies hieb- und stichfest sei, sagte Bachhuber der SZ: "Ich werde den Ministerpräsidenten daran messen." Einwendungen und Anhörung der betroffenen Bürger und Behörden sind vorgeschriebene Schritte im Planfeststellungsverfahren.

Die vorliegenden Einwendungen stammen allerdings aus dem Jahr 2013, als sich die Planungsvariante noch nicht durchgesetzt hatte, die auch für Wolfratshausen diskutabel ist: mit dem Bau eines Tunnels am Wolfratshauser Bahnhof. Diese überarbeitete Version soll nach Auskunft von Landrat Josef Niedermaier (FW) möglichst bald im neuen Jahr öffentlich ausgelegt werden. Er selbst und die Bürgermeister von Wolfratshausen und Geretsried, Klaus Heilinglechner (BVW) und Michael Müller (CSU), seien für Januar zu Abstimmungsgesprächen bei der Bahn-Tochtergesellschaft DB Netz eingeladen.

"Die Verlängerung der S 7 von Wolfratshausen nach Geretsried kommt zwar später als erhofft, aber sie kommt": Mit diesen Worten reagierte Bachhuber auf Vermutungen aus den Reihen der Landtags-Grünen und des Fahrgastverbands Pro Bahn, das wichtigste Infrastrukturprojekt des Landkreises werde dem Bau der zweiten Stammstrecke in München zum Opfer fallen: "Das ist totaler Quatsch." Derzeit liefen die detaillierten Vorbereitungen für die gegenüber dem ursprünglichen Entwurf modifizierte Planung mit der Tieferlegung der Strecke im Bereich der Sauerlacher Straße in Wolfratshausen. "Im Sommer 2017 findet dazu der Erörterungstermin statt", sagt Bachhuber. Dies habe Seehofer ihm mündlich versichert, inzwischen habe es die Staatskanzlei schriftlich bestätigt.

Der Abgeordnete erinnert an die Runden Tische, die 2015 zu einem Kompromiss führten. Demnach verteilten sich die Mehrkosten für die Tieferlegung in Höhe von rund 44 Millionen Euro ("Preisstand 2009") auf Bund, Freistaat und Bahn (27 Millionen Euro) sowie die Städte Geretsried und Wolfratshausen und den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (zusammen 17 Millionen Euro). Das Gesamtprojekt würde, ebenfalls nach Planungsstand 2009, 167 Millionen Euro kosten.

SZ-Grafik: Eiden, Mainka; Quelle: DB; Foto: Google Earth Pro

Gegen die ursprüngliche Planung, noch ohne Tieferlegung/Tunnel, waren vor knapp vier Jahren mehr als 700 Einwendungen mit etwa 8500 Einzelargumenten eingebracht worden. Diese sind von der Bahn und der Regierung von Oberbayern zu prüfen. Den Erörterungstermin legt die Regierung fest. Bachhuber räumte auf Nachfrage ein, dass die Planvariante andere, neue Einwendungen nach sich ziehen könnte. Er sagte: "Das muss sicher wieder ausgelegt werden." Er erwarte die Planfeststellung für die S-7-Verlängerung bis Geretsried jedenfalls nicht vor dem Jahr 2020: "Wir müssen ja auch mit Klagen rechnen."

Nach dem Erörterungstermin im Sommer 2017 werde man mit Blick auf einen Baubeginn "wohl klarer sehen", sagte Bachhuber. Eine Inbetriebnahme der verlängerten S 7 werde nicht vor 2023 möglich sein. "Dies ändert aber nichts daran, dass die S-Bahn schneller nach Geretsried fahren wird, als dies so manche Unkenrufer glauben." Bürgermeister Michael Müller (CSU) spricht dagegen gewöhnlich davon, dass die S 7 frühestens in zehn Jahren, also 2026, bis Geretsried fahren werde.

Der frühere Wolfratshauser SPD-Vorsitzende Hans Gärtner, der sich überaus engagiert und mit eigenen Entwürfen für den Ausbau der S-Bahn nach Geretsried eingesetzt hat, reagierte am Donnerstag erfreut auf die Nachricht, dass Bewegung in die Planung kommt: "Es hat schon lange gedauert", sagte er.