Festakt im Kloster BenediktbeuernPrinz Ludwig zeichnet Ehrenamtliche aus

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Ausgezeichnet:  Helgard van Hüllen, Barbara von Uthmann, Ralph Seifert, Georg Orterer und Thomas Lechner (vorne, von links). Die Festrede hielt Prinz Ludwig von Bayern (hinten links), die Würdigung der Isar-Loisach-Medaillenträger übernahm Zweiter Landrat Thomas Holz (hinten Mitte.)
Ausgezeichnet:  Helgard van Hüllen, Barbara von Uthmann, Ralph Seifert, Georg Orterer und Thomas Lechner (vorne, von links). Die Festrede hielt Prinz Ludwig von Bayern (hinten links), die Würdigung der Isar-Loisach-Medaillenträger übernahm Zweiter Landrat Thomas Holz (hinten Mitte.) Manfred Neubauer
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zeichnet zum 25. Mal ehrenamtlich Engagierte mit der Isar-Loisach-Medaille aus.
  • Thomas Lechner, Georg Orterer, Ralph Seifert, Helgard von Hüllen und Barbara von Uthmann setzen sich seit Jahrzehnten unentgeltlich für andere ein.
  • Die fünf Geehrten engagieren sich in Bereichen wie Sport, Schützenwesen, Behindertenhilfe, Opferschutz und Erwachsenenbildung. Sie seien die „Seele der Gesellschaft“, sagt Laudator Thomas Holz.
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Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verleiht zum 25. Mal ehrenamtlich Engagierten die Isar-Loisach-Medaille. Geehrt werden Thomas Lechner, Georg Orterer, Ralph Seifert, Helgard von Hüllen und Barbara von Uthmann. Alle setzen sich seit Jahrzehnten für andere Menschen ein und wirken damit der Spaltung der Gesellschaft entgegen.

Von Klaus Schieder, Benediktbeuern

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Am Turkanasee in Kenia fördert Prinz Ludwig von Bayern junge Leute mit dem IT-Lehrgang „Learning Lions“ und anderen Bildungsprojekten, baut Schulen und auch eine Kirche. Ehrenamtliches Engagement gehört für einen Wittelsbacher gewissermaßen zur Stellenbeschreibung. „Bei mir ist das Ehrenamt das Hauptamt“, sagt er. Anders sieht dies bei den fünf Preisträgerinnen und Preisträgern aus, die im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern mit der Isar-Loisach-Medaille ausgezeichnet wurden. Sie seien in ihrer Freizeit freiwillig tätig und drückten ihren Einsatz „zwischen Familie und Beruf irgendwo dazwischen“, sagt Prinz Ludwig.

Wer die oft seitenlangen Ehrenamts-Biografien der fünf Geehrten liest, mag kaum glauben, dass sie damit nicht hauptberuflich beschäftigt sind. Thomas Lechner aus Lenggries, Georg Orterer aus Königsdorf, Ralph Seifert aus Benediktbeuern, Helgard von Hüllen aus Gaißach und Barbara von Uthmann aus Lenggries: Sie alle eint, dass sie schon seit Jahrzehnten unentgeltlich für andere arbeiten, ohne darum viel Aufhebens zu machen. Dieses langjährige Engagement ist auch ein Kriterium für die Isar-Loisach-Medaille, die der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zum 25. Mal vergab.

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Was andere von den Preisträgerinnen und Preisträgern lernen können, drückte der stellvertretende Landrat Thomas Holz (CSU) in einem Satz aus: Sie widmeten sich dem Dienst am nächsten, ohne nach der Rendite zu fragen. „Gerade in Zeiten wie diesen, wo man manchmal ratlos zurückbleibt angesichts der Sprachlosigkeit, die sich mancherorts breitmacht, sind sie die Seele unserer Gesellschaft, die unser Miteinander lebendig und stark gestalten.“

Auf diesen Aspekt verwies auch Prinz Ludwig von Bayern. Die Menschen funktionierten nur als Gemeinschaft und nicht als lauter Einzelpersonen, die wortlos nur noch auf ihr Handy starren, sagte er in seiner Festrede. „Wichtig ist der Zusammenhalt, dass sich alle einsetzen, dass man gemeinsam etwas Gutes macht.“ Ebendies lebten die ehrenamtlichen Kräfte vor. Immerhin 40 Prozent der Bevölkerung in Bayern seien freiwillig engagiert, „da sind wir noch stabil“.

Thomas Lechner ist seit 48 Jahren für den Lenggrieser SC ehrenamtlich aktiv.
Thomas Lechner ist seit 48 Jahren für den Lenggrieser SC ehrenamtlich aktiv. Manfred Neubauer
Georg Orterer wurde für sein langjähriges Engagement im Isar-Loisach Schützengau Wolfratshausen ausgezeichnet.
Georg Orterer wurde für sein langjähriges Engagement im Isar-Loisach Schützengau Wolfratshausen ausgezeichnet. Manfred Neubauer

48 Jahre ist Thomas Lechner als Jugendtrainer im Lenggrieser Sportclub aktiv, 48 Jahre ist er Vorsitzender der Kreisjugendleitung im BLSV-Sportkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, rund 45 Jahre ist er beim Kreisjugendring tätig. Er organisiert unter anderem Spielfeste, Ausflüge und Skilager, Aus- und Fortbildungen für Übungsleiter, bereitet Begegnungen mit Jugendgruppen aus anderen Ländern vor. Damit leiste er „einen wichtigen Beitrag zur Vermittlung von gesellschaftlichen Werten wie Teamwork, Solidarität und Fair Play, aber auch Resilienz“, sagte der stellvertretende Landrat Holz.

Noch ein wenig länger ist das Ehrenamtsleben von Georg Orterer. Seit 1970 gehört er der Gebirgsschützenkompanie Königsdorf, dem Bayerischen Sportschützenbund und dem Deutschen Schützenbund an. Er war Gauschützenmeister im Isar-Loisach Schützengau Wolfratshausen und führte 2017 den Gaujugendtag ein, bei dem sich Jugendliche in mehreren Disziplinen messen. Am Ende gibt es für jeden einen Preis. Außerdem organisierte er den Gauschützenball und verfasste 2022 zum Jubiläum des Schützengaus die Chronik „100 Jahre Isar-Loisach- Schützengau Wolfratshausen“.  Ein langjähriges und herausragendes Engagement für den Schützensport, wie Holz würdigte. Orterer selbst dankte vor allem seiner Familie, die all dies mitgetragen habe.

Seir 2002 ist Ralph Seifert Behindertenbeauftragter des Landkreises.
Seir 2002 ist Ralph Seifert Behindertenbeauftragter des Landkreises. Manfred Neubauer

Seit einem Unfall sitzt Ralph Seifert im Rollstuhl. Insofern weiß er aus eigener Erfahrung, wie schwer es gehandicapte Menschen im täglichen Leben haben. Seit 2005 arbeitet er ehrenamtlich als Behindertenbeauftragter des Landkreises. Er berät Kommunen, wenn es etwa um barrierefreie Bushaltestellen geht, hilft Betroffenen und Angehörigen, gibt Stellungnahmen und Anträge ab, setzt sich als Mitglied des Arbeitskreises für Menschen mit Behinderung bei Politikern und der Landkreisverwaltung für die Belange von Gehandicapten ein.

Überregional engagiert er sich in der Vereinigung der kommunalen Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung. Seifert helfe „auf unbürokratische und pragmatische Weise, zu Lösungswegen zu gelangen“, sagte Holz. Der Geehrte betonte, dass Barrierefreiheit wegen des demografischen Wandels nicht nur für Behinderte, sondern für viele alte Menschen wichtig sei. „Wir müssen jetzt handeln, damit uns das Thema nicht auf die Füße fällt“, so Seifert.

Helgard van Hüllen setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten für Kriminalitätsopfer ein.
Helgard van Hüllen setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten für Kriminalitätsopfer ein. Manfred Neubauer

Seit mehr als 30 Jahren setzt sich Helgard van Hüllen für die Opfer von Gewalttaten ein. 1993 begann sie ihre ehrenamtliche Arbeit für den Weißen Ring, seit 2004 leitet sie dessen Außenstelle Bad Tölz-Wolfratshausen. 25 Jahre war sie auch im Bundesvorstand der Opferhilfe-Organisation. Sie etablierte einen Arbeitskreis gegen sexuelle Gewalt, richtete das Streitschlichtermodell an Schulen im Landkreis ein, widmete sich 2010 dem Projekt Opfer-Telefon, das Kriminalitätsopfern bundesweit, kostenfrei und anonym zur Verfügung steht. „Menschen wie Sie, die mit Herzblut eine Sache verfolgen, verwirklichen und mit Leben füllen, sind sehr wichtig für unsere Gesellschaft“, sagte Holz.

Barbara von Uthmann leistet seit vielen Jahren Pionierarbeit in der Erwachsenenbildung.
Barbara von Uthmann leistet seit vielen Jahren Pionierarbeit in der Erwachsenenbildung. Manfred Neubauer

In den Siebzigerjahren begann die ehrenamtliche Tätigkeit von Barbara von Uthmann in der evangelischen Kirche. Sie war 23 Jahre im Vorstand der evangelischen Gemeinde in Wolfratshausen und initiierte dort die Vortragsreihe „Kamingespräche“. 1997 zog sie nach Lenggries um, wo sie in der evangelischen Kirchengemeinde das „Waldkirchenforum“ gründete – eine monatliche Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und Konzerten. 2001 führte sie schließlich das „Erzählcafé“ ein.

Die Themen reichen von Sport über Kultur bis zur Politik, eine Tätowiererin war dort ebenso zu Gast wie eine junge Türkin, die über ihren Alltag erzählte. Von Uthmann habe damit Pionierarbeit im Bereich der Erwachsenenbildung im Landkreis geleistet, sagte Holz. „Und Toleranz und Verständnis für die Vielfalt des Lebens geschaffen.“ Auch etwas, dass so manche von den Trägerinnen und Trägern der Isar-Loisach-Medaille lernen können.

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