Das hat sich dieses Jahr gut getroffen: Der Internationale Frauentag und die Kommunalwahlen finden am Sonntag, 8. März, statt. Diese Überschneidung brachte acht Vereine und Organisationen im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf den Gedanken, ein Potpourri an Veranstaltungen rund um dieses Datum auf die Beine zu stellen. „Wir hatten die gleiche Idee zur gleichen Zeit“, sagt Claudia Harrasser vom Club Soroptimist Isartal-Bad Tölz. Durch Gespräche und Treffen habe man dann zusammengefunden, ergänzt Felicitas Wolf, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises.
Der Reigen startet mit einer Führung durch den Erinnerungsort Badehaus Waldram, der bereits am Donnerstag, 5. März, angeboten wird. Beginn ist um 14 Uhr, der Eintritt kostet sechs Euro. Dazu lädt der Sozialverband VdK ein, der Anmeldungen unter der E-Mail-Adresse ov-wolfratshausen@vdk.de entgegennimmt. „Es wird eine frauenspezifische Führung sein“, verrät die stellvertretende VdK-Kreisvorsitzende Maria Klein.

Einen Info- und Aktionsstand baut der Verein „Frauen helfen Frauen“ am Freitag, 6. März, 11 bis 16 Uhr, auf dem Karl-Lederer-Platz in Geretsried auf. Passanten können dabei drei Ja-oder-Nein-Fragen zu Gewaltschutz und Gleichberechtigung beantworten, indem sie Murmeln in die zugehörigen Boxen werfen. Außerdem werde „spezifisch über Gewalt gegen Frauen“ informiert, so Wolf.
Es war am 24. Oktober 1975, als in Island etwas Ungewöhnliches geschah: Mehr als 90 Prozent der weiblichen Bevölkerung legten für einen Tag die Arbeit nieder. Dies zeigt der Doku-Film „Ein Tag ohne Frauen“, der am Freitag, 6. März, unter anderem im Capitol-Kino in Bad Tölz (20 Uhr) und im Kino Wolfratshausen (17 Uhr) zu sehen ist. Eintritt: acht Euro. „Das ist ein Frauenfilm, der viel Energie und viel Schwung hat“, sagt Harrasser. Und er zeige, „wie wichtig die oft ungesehene Arbeit von Frauen ist“, fügt Wolf hinzu.
Eine Lichtinstallation zum Thema „80 Jahre Flucht und Vertreibung“ zeigt der Erinnerungsort Badehaus Waldram am Samstag, 7. März. Die multimediale Projektion stammt von den Wolfratshauser Lichtspezialisten Alfred und Leo Fraas. Gezeigt wird sie zweimal von 20 Uhr an - und dann täglich zweimal bis 4. April. Bei dieser Veranstaltung am Vorabend des Frauentags kommen von 19 Uhr an auch Waldramerinnen am Dach des Badehauses zu Wort; sie erzählen von ihrer Vertreibung aus der alten Heimat und von ihrer Ankunft im Isartal.
Eine Literaturinszenierung mit dem Titel „Bin weder Frollein, aber schön“ bieten der Verein Sofia und das Landratsamt am Sonntag, 8. März, im Tölzer Marionettentheater an. Dafür haben sie die Schauspielerin Belinde Ruth Stieve engagiert. Beginn ist um 11 Uhr (Eintritt: zehn Euro). Bei dieser Veranstaltung gehe es darum, „gesellschaftliche Rollenbilder zu hinterfragen und einen humorvollen Blick darauf zu werfen“, erklärt Wolf.
Frauen treffen sich zu einer gemeinsamen Auszeit auf dem Sebastianisteg in Wolfratshausen
Eine Auszeit nehmen sich Frauen am Montag, 9. März. Unter dem Motto „Enough! Genug!“ kommen sie zwischen 12 und 14 Uhr zu einem kurzen Streik auf dem Sebastianisteg in Wolfratshausen zusammen. Auf mitgebrachten Stühlen, Isomatten oder Liegen machen sie es sich auf der Holzbrücke gemütlich, essen und reden miteinander. „Die Idee ist zu sagen, die Frauen leisten so viel, dass es genug ist, sie müssen nicht noch mehr leisten, sondern brauchen Anerkennung“, sagt Harrasser. Den Schlusspunkt bildet ein Wen-Do-Selbstverteidigungskurs am Freitag, 13. März, 14 bis 17.30 Uhr, im Dachgeschoss des Landratsamtes. Leiterin ist die Sozialarbeiterin Jasmin Barnes. Der Eintritt kostet 15 Euro.
Und die Kommunalwahlen? Mit Bärbel Weixner in Bad Tölz, Verena Reithmann in Icking und Bernadette Felsch in Münsing bewerben sich nur drei Frauen um ein Bürgermeister-Amt im Landkreis. Auch die Zahl der Kandidatinnen für die Stadt- und Gemeinderäte ist gegenüber 2020 rückläufig. „Das ist schon ein Rückschlag“, findet Wolf.

