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Bad Tölz:Überfall auf Bank

Ein junger Mann versucht, mit einem Messer die Herausgabe von Geld zu erzwingen, flüchtet dann aber ohne Beute durch die Marktstraße. Die Polizei nimmt einen tatverdächtigen 20-Jährigen fest.

Auf die Sparkassenfiliale an der Tölzer Marktstraße ist am Donnerstagabend gegen 18 Uhr ein Raubüberfall verübt worden. Der Täter bedrohte die Angestellten der Bank mit einem Messer. Er flüchtete dann aber ohne Beute, nachdem er kein Geld bekommen hatte. Die Ermittlungen der Polizei nach dem zunächst unbekannten Mann führten am Freitag zu einem 20-jährigen Wohnsitzlosen, der im Haus eines Bekannten in Bad Tölz festgenommen wurde. Er leistete keinerlei Widerstand gegen die Beamten. Hinweise aus der Bevölkerung sowie intensive Ermittlungen hatten auf seine Spur geführt. Vorausgegangen war aber auch eine groß angelegte Fahndung, bei der unter anderem Hubschrauber im Einsatz waren.

Die Sparkassenfiliale an der Tölzer Marktstraße wurde am Donnerstagabend gegen 18 Uhr überfallen. Der Täter zog dann aber ohne Beute wieder ab.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Eindrücke vom Ort des Geschehens am Freitag: Die Filiale hat wieder geöffnet. Die Angestellten hinter den Schaltern wissen am Mittag noch gar nicht, dass die Polizei einen Tatverdächtigen im Visier hat. Es will sowieso keiner darüber reden, was tags zuvor in der Bank passierte. Nur Pressesprecher Willi Streicher äußert sich knapp und lobt die Betroffenen: "Sie haben alle richtig reagiert", sagt er, ohne ins Detail zu gehen. Er sei froh, dass weder Mitarbeiter noch die beiden Kunden, die den Überfall miterlebten, verletzt wurden.

Wie sich Bankangestellte bei einem Überfall verhalten sollten, sei regelmäßig Thema bei Mitarbeiterschulungen. "Wir tun im Vorfeld etwas und auch im Nachgang", sagt er und deutet damit an, dass bei Bedarf auch Hilfestellung angeboten werde. Streicher arbeitet seit 25 Jahren bei der Sparkasse, an einen Überfall in Bad Tölz kann er sich jedoch nicht erinnern. In Banken sind ohnehin längst automatische Kassentresore Usus, die Geldscheine nur zeitverzögert freigeben und eigentlich abschrecken sollten.

Am Tag nach dem Überfall ist wieder Normalität in der Marktstraße eingekehrt. Lediglich die neongelbe Weste des Angehörigen eines privaten Sicherheitsdienstes fällt auf. Er beobachtet den Eingangsbereich der Bank und das Treppenhaus, er vermittelt ein bisschen das Gefühl von Sicherheit. Im Vorraum rattern die Kontoauszugsdrucker, Kunden ziehen Geld an den Bankomaten. Es herrscht normale Geschäftigkeit. Eine ältere Frau unterhält sich mit einer Bekannten über das Ereignis vom Abend davor. "Das war kein Profi", vermutet sie. Mit einem Messer gehe man doch nicht auf die Bank.

Die Polizei wertete am Freitag weiterhin Erkenntnisse aus. Allzu viele hatte sie zunächst nicht, dennoch genügend, um auf den 20-jährigen Verdächtigen zu kommen. Bereits am Vormittag hatte sie herausgefunden, dass sich der Mann in der Wohnung eines Bekannten in Bad Tölz aufhielt, wo ihn Einsatzkräfte gegen 13 Uhr festnahmen. Den ganzen Nachmittag über wurde er in der Tölzer Polizeiinspektion vernommen. Ob und wann er dem Haftrichter vorgeführt werden soll, stand am Freitag noch nicht fest.

Ein Lehrer kommt aus der Bank. Er hatte sich wie viele am Donnerstagabend über den Hubschrauberlärm gewundert. "Ein Banküberfall war das?", fragt er ungläubig. Sogleich fällt ihm eine Nachrichtenmeldung vom Morgen ein, wonach Einbrüche und Überfälle in Bayern generell stark steigen. "Das passt", findet er.