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Bad Tölz:Stadt bürgt für Alpenverein

DAV-Sektion bekommt Hilfe bei der Sanierung der Tölzer Hütte

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Bei der gut 1,3 Millionen Euro teuren Sanierung der Berghütte am Schafreuter bekommt die Tölzer Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) nun Hilfe von der Stadt. In der Sitzung am Dienstagabend billigte der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats eine Ausfallbürgschaft in Höhe von einer halben Million Euro. So hoch ist das Darlehen, das die Sektion nun zu wesentlich günstigeren Konditionen vom DAV-Dachverband bekommen kann - nicht zu einem Zinssatz von drei, sondern von unter 0,9 Prozent. "Das ist eine Zinsersparnis von 122 000 Euro", rechnete Kämmerer Hermann Forster vor.

Für die Sektion ist die Sanierung der fast 100 Jahre alten Tölzer Hütte im Vorkarwendelgebirge gleichwohl ein enormer Kraftakt. Der Dachverband schießt zwar 376 000 Euro zu, den Rest müssen die Tölzer aber selbst stemmen. Die Eigenmittel belaufen sich auf 400 000 Euro. Der Kredit über 500 000 Euro soll durch die Überschüsse aus der Hüttenpacht und der Mitgliedsbeiträge von 35 000 Euro pro Jahr, außerdem über eine Erhöhung eben dieser Beiträge und eine Sonderumlage für drei Jahre refinanziert werden. "Die Bürgschaft kostet die Stadt nichts", stellte Forster klar. Das Risiko, dass der DAV pleite gehe und die Kommune dann eine halbe Million zahlen müsse, sei gering. Allerdings muss die Rechtsaufsicht im Landratsamt dem Ganzen noch zustimmen.

Die Stadträte waren sich in ihren Plazet einig. "Dem kann man nur zustimmen", sagt FWG-Fraktionssprecher Peter von der Wippel. Von einer "Supersache" sprach Anton Mayer (CSU). Erfreut zeigte Mayer sich auch deshalb, weil der Alpenverein detailliert aufgelistet habe, worin er investiere - dies wünsche er sich von anderen Vereinen in Zukunft auch so. Johanna Pfund, Grünen-Fraktionschefin und selbst eine von 7200 Sektionsmitgliedern, verwies darauf, dass es in der sanierten Hütte künftig einen eigenen Sektionsraum gebe, vor allem für die Jugendarbeit. Der DAV bietet am Schafreuter Projekte wie "Mit Kindern auf Hütten" oder "So schmecken die Berge" an. Die Bürgschaft sei "auf jeden Fall eine gute Sache", sagte Pfund. "Eine Win-win-Situation."

Bei den Arbeiten wird der südseitige Anbau mit Gaststube aus den 1930er Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der auf einem neu erstellten Fundament entstehen soll. Ansonsten wird die Hütte energetisch und brandschutztechnisch modernisiert.

© SZ vom 09.07.2020

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