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Bad Tölz:Spa der kurzen Wege

Stilvoll und minimalistisch: So könnte nach einem Entwurf des Projektentwicklers Redserve die Themensauna "Metall" aussehen.

(Foto: Redserve)

Architekten können Entwürfe für das Wellness-Bad "Natura" einreichen. Der Tölzer Stadtrat soll im Herbst entscheiden

Um das größte Projekt der Stadt Bad Tölz ist es seit fünf Monaten still geworden. Die österreichischen Projektentwickler von der Firma Reserve haben ihre Studien zum neuen Wellnessbad "Natura Tölz" abgeschlossen, der Stadtrat beschloss im Dezember vorigen Jahres den rund 11,5 Millionen Euro teuren Bau an der Bockschützstraße. Nun sind die Architekten an der Reihe. Die Stadt schreibt im Mai einen Wettbewerb aus, der in zwei Stufen vonstatten gehen soll. "Mit einer Entscheidung wird im Herbst zu rechnen sein", kündigt Bürgermeister Josef Janker (CSU) an.

Die Vorgaben sind klar: Das Spa basiert auf dem sportkinesiologischen Konzept des Orthopäden Dr. Werner Klingelhöffer und soll vor allem fünf Themensaunen nach den chinesischen Elementen Feuer, Erde, Wasser, Holz und Metall bieten. Darüber hinaus sind eine Event-Sauna, ein privates Spa, ein Restaurant sowie Räume für mentales Training, Massagen und Kurse geplant. Die Architekten müssen dazu ein einleuchtendes Raumprogramm entwickeln. Dabei gilt es Janker zufolge auch, den Gästen möglichst kurze Wege und eine rasche Orientierung im Wellnessbad zu ermöglichen. Auch die Lage der Parkplätze muss in den Entwürfen gut gelöst sein. Jeder Baumeister hat außer Zeichnungen auch noch ein Modell zu erstellen. Wegen der hohen Kosten für das Spa muss der Wettbewerb in der ersten Stufe europaweit ausgeschrieben werden. Aus den Einsendungen werden dann 15 ausgewählt und zum Wettbewerb eingeladen. Fünf weitere Büros benennt die Stadt, sie nehmen gegen ein Honorar am Auswahlverfahren teil. "In der zweiten Stufe können die teils gesetzten, teils aus den Bewerbern ausgewählten Büros ihre Entwürfe einreichen", erklärt Janker.

Über diese Arbeiten befindet eine Jury, die sich aus acht Personen zusammensetzt: Für die Stadt sind dort Bauamtsleiter Christian Fürstberger, Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) und Spa-Expertin Sylvia Glückert von der Firma Well Consult vertreten, zwei Vertreter schickt die Architektenkammer, mit der Bad Tölz in der Auswahl zusammenarbeitet, hinzu kommen Professor Christoph Achammer und weitere Mitarbeiter des Architektur- und Ingenieurbüros ATP, einer Muttergesellschaft von Redserve. Daneben gibt es noch beratende Mitglieder, darunter Abgesandte aller vier Fraktionen im Tölzer Stadtrat, und Stadtkämmerer Hermann Froster. Sie hätten zwar kein Stimmrecht, "wir wollten die Fraktionen aber implementieren, damit sie den Prozess mitbegleiten", sagt Forster.

Die Jury wählt fünf der 20 Entwürfe aus. "Für den ersten bis dritten Platz werden wir Preisgelder ausloben", sagt Janker. Die Summe für die Gewinner beläuft sich auf insgesamt 10 000 Euro. Die beiden restlichen Wettbewerbsarbeiten werden von der Stadt angekauft. Für Spa-Expertin Glückert kommt es darauf an, dass das sportkinesiologische Konzept als Alleinstellungsmerkmal des Tölzer Wellnessbades möglichst unverwässert zum Tragen kommt. Am Ende entscheidet der Stadtrat über die fünf Entwürfe. Wenn alles glatt läuft, dürfte dies in einer Sitzung nach den Sommerferien geschehen.

Die Stadt möchte das neue Spa an der Bockschützstraße mit Blick auf die Isar gerne selbst betreiben. Dazu plant sie, ein Tochterunternehmen zu gründen, ähnlich wie die Tölzer Stadtwerke. Wie das aussehen soll, will Forster noch in diesem Jahr im Stadtrat vortragen. Das Stammkapital soll aus einer Einlage der Kommune bestehen, den Rest der Gesamtkosten von 11,5 Millionen Euro muss die Tochterfirma dann selbst aufbringen. Dazu werde sie Darlehen aufnehmen müssen, die sich unter anderem über die Einnahmen refinanzierten, sagt Forster.