Süddeutsche Zeitung

Bad Tölz:Sie öffnen die Augen für die dunklen Kapitel

Mit 18 Jahren ist der Historische Verein Wolfratshausen noch jung. Das verblüfft ein wenig, denn wegen seiner vielen, oft hochwertigen Projekte könnte man ihn um einiges älter schätzen. Zehn Bücher und zwei Broschüren brachte der Verein, der inzwischen 271 Mitglieder hat, in honorarloser Arbeit heraus. Dazu konzipierte er die Wanderausstellung "Wir lebten in einer Oase des Friedens" über die jüdische Mädchenschule in Waldram, die bisher in 49 Orten in Deutschland zu sehen war. Ebenso die Ausstellung, "Wir Kinder vom Lager Föhrenwald", die gerade in Oberbayern gezeigt wird. Denkmalschutz, Heimatmuseum, jüdische Spurensuche, Gedenken an die Bücherverbrennung - der Verein habe sich einem "ganzheitlichen Geschichtsverständnis" verschrieben", sagte Vorsitzende Sybille Krafft, die den Bürgerpreis in der Kategorie "Alltagshelden" entgegennahm. Dies bedeute, vor den dunklen Kapiteln deutscher Geschichte nicht die Augen zu verschließen. Für den stellvertretenden Direktor der Sparkasse, Reinhardt Bredtmann, ist vor allem die Art bemerkenswert, wie der Verein seine Themen recherchiere und dokumentiere. Das Preisgeld von 750 Euro fließt laut Krafft in das Projekt "70 Jahre Lager Föhrenwald".

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SZ vom 31.07.2015 / sci
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