GedenkenMusik, die einst verboten war

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Musik, die während der NS-Diktatur verboten war, spielen (von links) das Ensemble „Così facciamo“, bestehend aus (hinten von links) Nargiza Yusupova, Maria Fitzgerald, Mihaela Hitkova, Klaus Hörberg sowie (vorn) Christoph Reiserer und Andreas Wittmann. Das Ensemble begleitet Sopranistin Stephanie Krug (rechts).
Musik, die während der NS-Diktatur verboten war, spielen (von links) das Ensemble „Così facciamo“, bestehend aus (hinten von links) Nargiza Yusupova, Maria Fitzgerald, Mihaela Hitkova, Klaus Hörberg sowie (vorn) Christoph Reiserer und Andreas Wittmann. Das Ensemble begleitet Sopranistin Stephanie Krug (rechts). (Foto: C. Engelhardt)
  • Die Tölzer Sopranistin Stephanie Krug führt mit ihrem Ensemble "Così facciamo" das Programm "Das Lied von der Erde" mit Musik auf, die während der NS-Zeit verboten war.
  • Das Programm umfasst Werke von jüdischen Komponisten wie Gustav Mahler und Felix Mendelssohn Bartholdy sowie Jazz- und Klezmer-Musik, die damals als "entartet" galt.
  • Die Aufführungen finden am 19. November im Kurhaus Bad Tölz und am 23. November im Bergson München statt.
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„Das Lied von der Erde“ heißt ein Programm aus Werken von jüdischen Künstlern sowie Jazz-Stücken. Solche Musik durfte während der NS-Diktatur nicht gespielt werden.

Von Paul Schäufele, Bad Tölz

Erinnern, um nicht zu wiederholen. Das ist der Gedanke, der die Tölzer Sopranistin Stephanie Krug und ihr Team aus Künstlerinnen und Künstlern antreibt. In einem genreübergreifenden Musiktheaterabend möchte das Ensemble im 80. Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Erinnerung an Musik hochhalten, die während der NS-Zeit verboten war. Auch weil immer mehr Menschen das Gedenken an die NS-Gräuel ruhen lassen möchten, wie Krug sagt.

„Das begegnet uns hier oft“, sagt die Sopranistin. „Leute, die sagen: Man muss vergessen können.“ Doch für sie und ihre Mitstreiter ist das einer der Gründe, ihr Programm so zu gestalten, wie sie es tun. Dieses heißt „Das Lied von der Erde“ und konzentriert sich auf Kunstwerke von verfemten Personen, auf Musik, die im NS-Staat als „entartet“ galt, und auf Texte, die zu dieser Zeit nicht gelesen werden durften. So erklingt Musik von Gustav Mahler, Felix Mendelssohn Bartholdy oder Max Bruchs berühmtes „Kol Nidrei“, ein jüdisches Gebet, gesungen von einem Cello. Doch auch Klezmer-Musik oder Jazz gehören dazu, ebenso wie die Musik kommunistischer Komponisten wie Kurt Weill oder Hanns Eisler.

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Aufgeführt werden die Stücke vom Ensemble „Così facciamo“. Das weist eine spezielle Besetzung auf, denn neben traditionellen Orchester-Instrumenten werden auch Gitarre und Akkordeon einbezogen. „Das ist Musik, die reingeht“, sagt Stephanie Krug. In der Vorbereitungsphase müsse sie sich deshalb immer wieder für eine gewisse Zeit davon losmachen. „Aber es wird kein trübseliger Abend. Die Musik ist richtig schwungvoll. Es soll ein Zeichen der Hoffnung werden.“

Unterstützt werden Krug und Così facciamo von zwei Chören, einer Bigband, elektronischen Soundscapes und auch von einem Tänzer sowie vom Sprecher Stephan Wilkening, der unter anderem Auszüge aus Thomas Manns bewegenden, im Exil entstandenen Radioansprachen vorliest. „Wir haben die Verantwortung, etwas zu vermitteln, jetzt, wo es immer weniger Zeitzeugen gibt“, sagt Krug.

Die Verantwortung möchte sie auch deshalb jetzt ergreifen, weil sie beunruhigende Tendenzen wahrnehme. „Manche möchten sich im Biedermeier einrichten. Aber es gibt auch schon Theater, die wieder sagen, man müsse sich wieder mehr deutschnational positionieren“, sagt Krug. Das treibt sie an, ihr Projekt auch über die Vorstellungen in Bad Tölz (19. November) und München (23. November) hinaus fortzuführen.

Das Lied von der Erde, Musiktheater, Mittwoch, 19. November, 19.30 Uhr im Kurhaus Bad Tölz, Karten unter www.muenchenticket.de und Sonntag, 23. November, 16 Uhr im Bergson München, Tickets unter www.bergson.com.

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