Bad Tölz:Lutscher für die Kleinen

Internet und Einzelhandel

Sandra Machka (li.) und Sylvia Niemann arbeiten in der Tölzer Filiale.

(Foto: Manfred Neubauer)

Die kleine Kette Krömer setzt auf Wachstum und Einkaufserlebnis

Von Benjamin Engel, Bad Tölz

Weniger im Online-Handel als in den niedrigen Renditen sieht Christian Krömer, einer der Inhaber der gleichnamigen Spielwarenkette, den Hauptgrund für die Probleme der Branche. Einzelne Geschäfte könnten mit den günstigeren Preisen größerer Anbieter nicht mithalten. Zudem seien die Kunden anspruchsvoller geworden, kauften lieber gleich im Internet ein, sollte die Ware nicht schnell genug geliefert werden können. Deswegen hat Spielwaren Krömer aus Schrobenhausen in den vergangenen Jahren stark expandiert. Das Unternehmen hat mittlerweile 19 Filialen, eine davon seit 2012 in der Tölzer Markstraße. Krömer will weiter wachsen.

Im verzweigten Filialnetz - in den 19 Filialen arbeiten 105 Mitarbeiter, fünf davon in Bad Tölz - sieht der Inhaber viele Vorteile. Wie er erklärt, könne er Waren im Gros billiger einkaufen und ganz anders werben als mit nur einem einzelnen Geschäft. So reiche ein Mitarbeiter, um Strategien für alle Filialen entwickeln. Serviceangebote wie kostenloses Einpacken oder Bonuskartensysteme seien einfacher zu finanzieren.

Krömer will die Kunden mit guter Stimmung im Laden anziehen. Von seinen Mitarbeitern erwartet er deshalb echte Gastgeberqualitäten. Denn der Kunde informiere sich heutzutage schon umfangreich im Internet, bevor er in den Laden komme. Die Mitarbeiter müssten den Kunden ein tolles Einkaufsgefühl vermitteln. Dazu gehöre etwa, den Kindern einen Lutscher zu geben oder mit den Touristen über Ausflugsziele oder das Wetter zu reden.

Doch für Krömer kommt es darauf an, alle modernen Kommunikationswege zu nutzen. Neben der Homepage gehört dazu ein Online-Shop. Das Unternehmen möchte dieses zusätzliche Angebot weiter ausbauen. Krömer versteht diesen aber mehr als zusätzlichen Service für die Kunden denn als Mittel zum Geldverdienen. Denn ein Online-Shop mache viel Arbeit. Versandkosten, Verpackungsmaterial und vieles mehr kosteten Geld. So lasse sich daran kaum etwas verdienen, sagt er. Allerdings könnten Kunden über den Shop etwa Geschenkgutscheine bestellen oder Waren bestellen, über die sie sich zuvor im Geschäft informiert haben. Zudem seien die Filialen auch über Whatsapp zu erreichen. So könnten Kunden einen Artikel fotografieren und in der Filiale anfragen, ob das Gewünschte vorrätig sei. Weil das Geschäft schwieriger werde, könne sich kein Spielwarengeschäft dem Internet verschließen, sagt Krömer.

© SZ vom 23.03.2016
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