Brauchtum in Bad TölzWas Gäste und Anwohner über die Leonhardifahrt wissen sollten

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Wenn 150 Gespanne durch die Altstadt ziehen, steht Bad Tölz für einen Tag still.
Wenn 150 Gespanne durch die Altstadt ziehen, steht Bad Tölz für einen Tag still. (Foto: Harry Wolfsbauer)

Hunderte geschmückte Pferde, Tausende Besucher und ein logistischer Kraftakt: Die Leonhardifahrt in Bad Tölz gehört zu Bayerns spektakulärsten Wallfahrten. Wie die Stadt besonders auf Sicherheit setzt – und warum Hunde zu Hause bleiben müssen.

Von Claudia Koestler, Bad Tölz

Am Donnerstag, 6. November, steht Bad Tölz wieder ganz im Zeichen einer der größten und schönsten Wallfahrten Bayerns: der Leonhardifahrt. Zu Ehren des heiligen Leonhard, Schutzpatron der Pferde und des Viehs, werden Hunderte prächtig geschmückte Pferdegespanne durch die Altstadt ziehen – begleitet von Tausenden Besuchern und einem beispiellosen Sicherheitsaufgebot.

Die Tradition reicht Jahrhunderte zurück und verbindet bis heute bäuerliche Frömmigkeit mit festlichem Brauchtum. Für die Tölzer und ihre Gäste bedeutet Leonhardi mehr als ein folkloristisches Spektakel: Es ist gelebter Glaube, kulturelles Erbe und gesellschaftliches Ereignis zugleich. Doch die Wallfahrt stellt die Kurstadt vor logistische Herausforderungen.

Bereits am frühen Morgen werden weite Teile der Altstadt gesperrt, darunter Marktstraße, Nockhergasse und Salzstraße. Das teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit. Anwohner sind angehalten, ihre Fahrzeuge rechtzeitig umzuparken und ihre Häuser festlich zu beflaggen. Der Parkplatz Schloßplatz ist nur bis 8 Uhr erreichbar, danach erst wieder ab 14 Uhr. Auswärtige Besucher finden ausgeschilderte Ausweichparkplätze.

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Die Stadt hat zudem ihr Sicherheitskonzept erweitert: 150 Einsatzkräfte von Polizei, Security und Feuerwehr sowie 35 BRK-Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Neu sind Fluchtwegs-Fahnenmasten in der Marktstraße, die auch im Gedränge sichtbar bleiben. Die Anzahl der Toiletten wurde auf insgesamt acht Dixies und mehrere Container erhöht.

Aus Sicherheitsgründen gilt ein striktes Hundeverbot – Pferde sind Fluchttiere und könnten durch Bellen in Panik geraten. Auch Drohnen sind verboten. Das Jugendamt kontrolliert verstärkt das Alkoholverbot für Minderjährige, besonders auf der Leonhardiwiese am Kalvarienberg.

Rathaus, Museen und Bibliotheken bleiben geschlossen, die Tourist-Informationen sind geöffnet. Die Veranstalter bitten um Geduld im Verkehr – morgens bei der Ankunft der Gespanne und mittags nach der Wallfahrt.

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