Reden wir überKultur, Kaffee und Kuchen

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Heike Gaßner leitet bei der Stadt Bad Tölz den Bereich Veranstaltungen und Kultur. Für das Senioren-Programm stehen ihr 5000 Euro zur Verfügung.
Heike Gaßner leitet bei der Stadt Bad Tölz den Bereich Veranstaltungen und Kultur. Für das Senioren-Programm stehen ihr 5000 Euro zur Verfügung. Manfred Neubauer

Bad Tölz bietet wieder niederschwellige und kostenfreie Veranstaltungen für Seniorinnen und Senioren an.

Interview von Stephanie Schwaderer, Bad Tölz

Die Stadt Bad Tölz lässt eine alte Veranstaltungsreihe aufleben. „Tölzer Kunst und Kultur 65+“ richtet sich an Einheimische und Gäste, die 65 Jahre oder älter sind. Heike Gaßner, Leiterin des Bereichs Veranstaltungen und Kultur im Referat für Tourismus und Kultur der Stadt Bad Tölz, hat das Angebot zusammen mit ihrem Team und Franz Josef Späth, dem Leiter der Kommunalen Sozialplanung, neu aufgelegt und will es attraktiver machen.

SZ: Frau Gaßner, wer Klassik-Konzerte besucht, wähnt sich oft in einer Veranstaltung für die Zielgruppe 65 plus. Die meisten Köpfe im Publikum sind grau oder kahl.  An wen richtet sich Ihre neue Reihe? 

Heike Gaßner: An Seniorinnen und Senioren, die lieber an einem Nachmittag als abends zu einer Veranstaltung gehen und vielleicht auch nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, eine Konzertkarte für 34 oder 39 Euro zu kaufen. Unser Programm ist kostenfrei. Wir haben sogar die Möglichkeit, gratis Kaffee und Kuchen anzubieten.

Das klingt, als wäre es ein Angebot für Bedürftige.

Das ist es nicht. Jeder ist herzlich willkommen. Aber die Eintrittsgelder sollen ebenso wenig ein Hindernis sein, eine Kulturveranstaltung zu besuchen, wie die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. In der Vergangenheit war es oft ein Problem, dass abends keine Busse mehr fuhren. Nun stimmen wir unsere Angebote auf die Fahrpläne ab.

Wie gestaltet man Kultur speziell für Menschen, die älter als 65 Jahre sind?

Das haben wir im Gespräch mit verschiedenen Einrichtungen erörtert - mit der Caritas, dem VdK, dem Mehrgenerationenhaus:  Woran haben ältere Menschen am meisten Freude? Was fehlt ihnen? Musik ist demnach immer gut gefragt. Wir planen zudem spezielle Führungen im Marionettentheater oder im Stadtmuseum, auch Vorträge oder Workshops. Die Einrichtungen weisen auf diese Veranstaltungen hin und halten so auch die Leute auf dem Laufenden, die sich nicht übers Internet informieren können. Zugleich sind wir auch für Wünsche und Vorschläge offen.

Welcher Etat steht Ihnen zur Verfügung?

Derzeit sind es 5000 Euro im Jahr. Durch die Zusammenarbeit mit den Musikschulen oder Künstlern, die keine hohen Gagen verlangen, können wir ein schönes Angebot zusammenstellen.

Den Auftakt gestaltet am Mittwoch, 18. Juni, die Chorella Sachsenkam, ein Laienchor, der sich vor allem auf deutsche Volkslieder versteht. Bekommen die Sängerinnen ein Honorar?

Auf jeden Fall! Das hat etwas mit Wertigkeit zu tun. Niemand muss umsonst auftreten.

Wie geht es dann weiter?

In der Vergangenheit gab es immer nur zwei Veranstaltungen im Jahr. Wir schauen uns jetzt einmal an, wie die Rückmeldungen ausfallen, dann sehen wir weiter.

Chorella Sachsenkam, Mittwoch, 18. Juni, 14.30 Uhr, Rosengarten, Bad Tölz, bei schlechtem Wetter im Kleinen Kursaal am Vichyplatz, Eintritt frei, Anmeldung bei der Tourist-Information unter Telefon 08041/ 786715. 

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