Bad Tölz:Geld für Soziales

Sing- und Musikschule Bad Tölz

Auch die Tölzer Sing- und Musikschule profitiert von den städtischen Stiftungseinnahmen. Archivfoto: Manfred Neubauer

Bad Tölz verteilt Erlöse aus Stiftungen und Nachlässen

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Wenn Weihnachten langsam in Sichtweite rückt, schüttet die Stadt Bad Tölz ihr Füllhorn aus: Alle Jahre wieder verteilt sie die Erlöse aus Stiftungen und Vermächtnissen für soziale Zwecke. Ein Problem ist dabei zunehmend die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. "Vom Festgeld wäre eine Ausschüttung fast nicht mehr möglich", verwies Stadtkämmerer Hermann Forster im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats auf das geringe Zinsniveau. Das sei bereits seit einigen Jahren bedenklich, "wir sind ja schon froh, wenn wir keine Verwahrentgelte bezahlen müssen".

Zugute kommt der Stadt, dass manche Stiftungen und Erbschaften nicht alleine aus Geld, sondern auch aus Immobilien bestehen, was Mieteinnahmen beschert. Dadurch seien die Summen, die verteilt werden können, noch ungefähr "bei dem, was wir in den letzten Jahren hatten, wenn auch nicht mehr bei dem, was wir in den Jahren davor mal hatten", sagte Forster.

Das ist eine halbwegs gute Nachricht für die Empfänger, die das Geld der Stadt in ihr Budget oftmals schon eingepreist haben. Die Caritas erhält zum Beispiel für die Obdachlosenbetreuung heuer 40 000 Euro aus dem Nachlass des Ehepaars Greiner, der auch das Kulturhaus am Schlossplatz umfasst. Aus diesem Erbe könne man heuer insgesamt rund 61 400 Euro an Mitteln bereitstellen, so Forster. Der Rest geht an die Sing- und Musikschule (11 000 Euro) und das Mehrgenerationenhaus des Roten Kreuzes (10 000 Euro).

"Eine Sammelstelle für alles Mögliche" ist dem Kämmerer zufolge der Liquidationserlös des ehemaligen Rothmund'schen Unterstützungsvereins, aus dem diesmal 62 100 Euro fließen. Von diesem Betrag gehen 24 800 Euro an die Caritas-Kontaktstelle "Alt & Selbständig", 13 800 Euro an die Sing- und Musikschule, 7000 Euro an das Katholische Kreisbildungswerk, 4000 Euro an das Haus Jakobus für Obdachlose, 3400 Euro an das Familienpflegewerk, 3300 Euro an die Lebenshilfe, 2500 Euro an die Mittagsspeisung der Caritas für bedürftige Tölzer, 1800 Euro an die Jugendarbeit des Bund Naturschutz und 1500 Euro an die Ehe, Familien- und Lebensberatung Bad Tölz-Wolfratshausen. Wie viele Bedürftige derzeit zum Mittagstisch der Caritas kommen, fragte Stadtrat Peter von der Wippel (FWG). In der Regel seien es zwischen zehn und 20 Personen, erwiderte Kämmerer Forster. "Es sind schon etliche, die darauf angewiesen sind."

Der Überschuss aus der Carl Uhlmann'schen Friedensstiftung von 45 000 Euro fließt zum guten Teil an die Tölzer Coaches und Familienpaten, die rund 31 200 Euro bekommen sollen. Das Geld stamme vor allem aus Mieteinnahmen der Häuser Gudrunstraße 1 und 3, so Forster. Der Rest werde für Instandhaltung zurückgelegt. Aus dem Vermächtnis Maria Much erwirtschaftet die Stadt heuer rund 17 800 Euro, womit die Sing- und Musikschule und die Mittagsbetreuung an den Schulen unterstützt werden. "Trotz Niedrigzinspolitik werden wir weiter Mittel haben, die wir verwenden können", avisierte Bürgermeister Ingo Mehner (CSU).

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