Bad Tölz Flugs über die Nordspange

Film über die Umgehungsstraße wirft Fragen im Stadtrat auf

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Die Tölzer Stadträte durften im Saal des Feuerwehrhauses mit dem Hubschrauber fliegen. Rein virtuell, denn Bauamtsleiter Christian Fürstberger ließ in der jüngsten Sitzung die zwei kurzen Animationsfilme über die Stirnwand flimmern, die das Staatliche Bauamt Weilheim zur Nordumfahrung erstellt hat. Der Flug führte von Greiling über die geplante Umgehungsstraße mit ihren beiden Kreisverkehren und der Fußgängerbrücke bis zur Einmündung der Gaißacher Dorfstraße, die Fahrt mit dem Auto führte zurück nach Greiling. Fürstberger musste nur wenige Male aufs Standbild schalten, um Fragen der Stadträte zu beantworten.

Anton Mayer (CSU) wunderte sich über den Kreisverkehr, der sich auf Höhe der Firma Sitec Aerospace über die Umfahrung spannt: "Was hat der für eine Bedeutung, wir wollen doch den Verkehr in der Flinthöhe nicht mehr haben." Der Kreisel ist Fürstberger zufolge aus zwei Gründen erforderlich. Zum einen fließe über ihn der Verkehr von der Bundesstraße 13, das Kasernenareal werde auf kurzem Weg angebunden. Zum zweiten gebe es dort auf der Flinthöhe zwei große Gewerbebetriebe, die ebenfalls schnell und nicht auf dem langen Weg durchs Wohngebiet erreichbar seien. Die Lärmschutzwand, die südlich an der Nordspange entlang führt, fand Andreas Grundhuber (Grüne) auf den Filmen zu spärlich begrünt. Für eine Tourismusstadt wie Bad Tölz wäre es ihrem Dafürhalten nach schädlich, "wenn es da so eine wahnsinnig lange, kahle Wand gibt". Für Büsche und Bäume reiche der Platz zur Straße hin nicht aus, erwiderte der Bauamtsleiter. "Man will die Lärmschutzwand möglichst nahe an der Schallquelle haben." Ob es dann nicht möglich sei, wenigstens Solaranlagen daran anzubringen, hakte Grundhuber nach. Die Replik von Bürgermeister Josef Janker (CSU): "Das ist aber auch nicht schön." Worauf Grundhuber konterte: "Aber es bringt was."