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Bad Tölz:Erst Unterkunft, dann Mietshaus

Halbzeit beim Bau an der Flinthöhe. Am Donnerstag wurde Richtfest gefeiert, im April 2017 soll das Haus fertig sein.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Stadt Bad Tölz feiert Richtfest an dem Neubau für Asylbewerber auf der Flinthöhe

Es ist Halbzeit auf der Baustelle der Gemeinschaftsunterkunft der Stadt Bad Tölz auf der Flinthöhe. Der Rohbau steht, am Donnerstag wurde Richtfest gefeiert. Voraussichtlich im April 2017 soll das viergeschossige Gebäude in Massivbauweise bezugsfertig sein. 175 Asylbewerber können dort unterkommen. Die Regierung von Oberbayern hat mit der Stadt einen Pachtvertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren geschlossen. Danach will die Stadt die Unterkunft umnutzen und dort Mietwohnungen zu günstigen Preisen anbieten.

Im vergangenen Jahr habe sich die Stadt mit der Tatsache konfrontiert gesehen, in kürzester Zeit eine große Anzahl an Flüchtlingen unterbringen zu müssen, sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) beim Richtfest. Man habe diese Aufgabe gut gelöst und die Asylsuchenden in Mietwohnungen einquartiert. Mit der neuen Gemeinschaftsunterkunft habe man langfristig eine Unterbringungsmöglichkeit schaffen wollen. Im Juli 2015 sprachen sich die Tölzer Stadträte für das Bauvorhaben aus. Im März dieses Jahres war Baubeginn.

Zugleich stiegen die Mieten in Bad Tölz stetig. Bürger mit geringerem Einkommen fänden nur sehr schwer eine Wohnung in der Kurstadt. Kommunen und Baugenossenschaften seien gefragt, sich dieses Themas anzunehmen, sagte Wiedemann. Es sei deshalb keine Frage für der Stadtrat gewesen, etwas " Vernünftiges, Nachhaltiges" auf dem etwa 2000 Quadratmeter großen Areal neben der Montessori-Schule zu bauen. Da die Regierung von Oberbayern den Mietvertrag für das Objekt unterschrieben hat, sei auch die Finanzierung gesichert, so Wiedemann.

Der Neubau kostet insgesamt 4,6 Millionen Euro. Diese Summe ist über zwei Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit bei der KfW finanziert. Zu sensationell niedrigen Zinsen, wie der Zweite Bürgermeister hervorhob. Der Stadt bleibt ein Anteil von 450 000 Euro, weil über die Mieteinnahmen von der Regierung von Oberbayern lediglich etwa 90 Prozent der Kosten gedeckt sind.

Sollte das Gebäude nicht mehr als Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden, können Balkone in Ständerbauweise den Wohnungen vorgelagert und ein Aufzug, der Barrierefreiheit garantiert, nachgerüstet werden.