Tölzer Leonhardi:"Eine wunderschöne Wallfahrt"

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Tölzer Leonhardi: Impressionen der diesjährigen Leonhardifahrt in Bad Tölz.

Impressionen der diesjährigen Leonhardifahrt in Bad Tölz.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Wetter, Sicherheit, Besucher: Heuer hat alles gepasst. Die Stadt zieht eine erste Bilanz.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Am Ende stehen alle an Stehtischen im Pfarrheim Franzmühle zusammen. Die Organisatoren von der Stadtverwaltung um Klaus Pelikan, den Leiter des Bürgermeisterbüros, die Polizei, die Feuerwehr, das Rote Kreuz, Bürgermeister Josef Janker (CSU) und seine Amtskollegen aus den Nachbargemeinden, die Honoratioren, die Geistlichkeit. Nach der Leonhardifahrt herrscht diesmal eine aufgeräumte Stimmung beim Empfang, die Janker in drei Worte gießt: "Eine wunderschöne Wallfahrt."

Keine Alkoholleichen

Anders als im Vorjahr gab es heuer keinen schweren Unfall, damals war auf dem Kalvarienberg ein Truhenwagen umgekippt, mehrere Frauen wurden teils schwer verletzt. Anders als vor fünf Jahren hielt sich auch der Alkoholkonsum in Grenzen, jedenfalls bis zum Nachmittag. Die Aufstellwiese für die Pferdegespanne auf dem Kalvarienberg hatte die Stadt für knapp 300 000 Euro mit Schotter stabilisiert. Das diene nicht bloß der Sicherheit der Wallfahrer, sondern sei auch angenehm für die Besucher, die dort nicht in tiefem Morast herumwaten müssen, sagt Janker beim Empfang. Im Frühjahr 2016 wird noch eine Grashumusschicht aufgetragen, dann sind die Arbeiten abgeschlossen. Mit dem Alkohol gab es ebenfalls keine Probleme. "Ich habe während der Wallfahrt keine Leute mit Bierkastl gesehen", sagt Janker. Das bestätigt Stadtrat Franz Mayer-Schwendner (Grüne): Er habe keine Alkoholleichen bemerkt.

"So schön war's lange nicht mehr"

Anders als in den vergangenen fünf Jahren spielte auch das Wetter mit. Viel Sonne und Temperaturen um 15 Grad, "so schön war's lange nicht mehr", sagt Meyer-Schwendner. Das habe sich auf die Atmosphäre ausgewirkt - "so schön, so friedlich". Auf seine Art merkte auch das Rote Kreuz die Folgen der warmen Witterung. "Wir hatten mehr Kreislaufzusammenbrüche als Stürze", erzählt BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Schäfer.

Für Janker ist die Leonhardifahrt ein Ausdruck bodenständiger Religiosität, ebenso ein Bekenntnis zu Heimat und Brauchtum, nicht zuletzt aber auch ein Familientag. Aus all diesen Gründen hat die Stadt bei der Unesco die Aufnahme der Tölzer Leonhardifahrt in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes gestellt. Ziel sei es, "unsere Wallfahrt dauerhaft vor einem sich ändernden Zeitgeist und vor überbordenden Verwaltungsvorschriften zu schützen", sagt der Bürgermeister.

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