Das Hotel Jodquellenhof ist seit November 2014 geschlossen, das Spaßbad Alpamare seit sechs Monaten: Im Tourismus war das vergangene Jahr für Bad Tölz nicht gerade einfach. Der große Einbruch bei den Gästezahlen blieb allen Kassandrarufen zum Trotz allerdings aus. 80 155 Ankünfte verzeichnete die Tourist-Information, dies sind gut drei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Für Kurdirektorin Brita Hohenreiter ist dabei vor allem bemerkenswert, dass "die Motivation der Gäste, die Bad Tölz zusätzlich besucht haben, eben nicht der Besuch des Alpamare war". Die "touristischen Untergangsszenarien", die von der Jod AG vor der Schließung er Alpamare verkündet worden seien, hätten sich nicht bewahrheitet, sagte sie im Kur- und Tourismusausschuss. Leicht rückläufig sind hingegen die Übernachtungen. 347 551 in den Hotels und Pensionen verbrachte Nächte ergeben ein Minus von 1,15 Prozent gegenüber 2014.
Die für Hohenreiter positive Statistik hängt vor allem mit dem schönen Wetter im Vorjahr zusammen: Einem Bilderbuchwinter folgte zwar ein verregneter Frühling, dann aber ein heißer Sommer und ein goldener Herbst. Den meisten Häusern in Tölz sei es gelungen, ihre Gästezahlen im Vergleich zu 2014 zu halten oder gar zu toppen. Aus der Bilanz hat die Kurdirektorin jedoch den Jodquellenhof herausgerechnet. Was durch die Schließung an Ankünften und Übernachtungen verloren ging, konnte nicht durch andere Hotels aufgefangen werden. Um ehemaligen Gäste des Jodquellenhofs, der mittlerweile als Flüchtlingsunterkunft dient, habe man nicht speziell werben können, "weil die Jod AG der Stadt die Adressen aus Datenschutzgründen nicht verkaufte", so Hohenreiter. Hinzu komme, dass viele Aufenthalte in dem Hotel an das benachbarte Alpamare gebunden waren.
Damit Bad Tölz für Touristen interessant bleibt, bedarf es der Kurdirektorin zufolge "Kraft und Schub von außen". Anders ausgedrückt: Es seien "neue, zusätzliche und qualitativ hochwertige Betten in großen Häusern" notwendig. Zwei davon im Drei- und Vier-Sterne-Segment sollen neben dem von der Stadt geplanten Spa "Natura Tölz" an der Arzbacher Straße entstehen. Durch solche Projekte wird für Hohenreiter die Nachfrage abgedeckt. Sie seien keine Konkurrenz zu bestehenden Häusern, wie von manchen Tölzer Gastgebern befürchtet, sagte sie.
Was die Veranstaltungen in diesem Jahr anbelangt, gibt es drei Neuheiten: Jailhouse-Chef Peter Frech will neben dem US-Car-Treffen am 15. und 16. Mai und dem Summer-Village vom 21. bis zum 25. Juli heuer auch noch ein Oldtimer-Treffen (25. und 26. Juni) und ein Oberland Trucker Treffen (10. und 11. September) auf die Beine stellen. Außerdem stehen zwei große Jubiläen an: Der Turnverein Bad Tölz wird 150 Jahre alt, was am 24. Juli groß gefeiert wird. Die Städtepartnerschaft zwischen Tölz und Vichy wurde vor 50 Jahren geschlossen, weswegen ein Festwochenende am 16. und 17. Juli stattfindet. Weitere Höhepunkte sind unter anderem das 3. Knabenchor-Festival (1. bis 3. April), die Tölzer Rosen- und Gartentage (13. bis 16. Mai) und der Kocherlball (12. Juni).
