Immobilien und Wohnen in Bad TölzZwickerwiese: Stadt verkauft neun Parzellen

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Im Neubaugebiet Hintersberg II, der sogenannten Zwickerwiese, sind 14 Parzellen vergeben und zum Teil auch schon bebaut, neun Grundstücke werden  jetzt noch verkauft.
Im Neubaugebiet Hintersberg II, der sogenannten Zwickerwiese, sind 14 Parzellen vergeben und zum Teil auch schon bebaut, neun Grundstücke werden  jetzt noch verkauft. Harry Wolfsbauer

Gegen die Stimmen der Grünen beschließt der Tölzer Stadtrat den Verkauf der restlichen Grundstücke im Neubaugebiet Hintersberg II. Die Vergabekriterien werden modifiziert.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

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Für junge Familien bleibt es in einer sündteuren Region wie Bad Tölz oftmals eine Utopie, sich ein Haus zu bauen. Die Stadt hat deshalb auf der sogenannten Zwickerwiese ein Neubaugebiet geschaffen, wo dieser Traum noch verwirklicht werden kann. 14 Parzellen sind dort bereits verkauft, neun können noch erworben werden. Für diese Grundstücke hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag die Vergabekriterien teilweise modifiziert und den Kaufpreis festgelegt. Der beläuft sich jetzt auf 950 Euro pro Quadratmeter, dies sind 100 Euro mehr als 2021. Wegen der eher kleinen Bauparzellen liege der Gesamtpreis jedoch immer noch „im unteren Bereich der Spanne, die in Bad Tölz zu erzielen ist“, sagte Stadtkämmerin Silke Furmanek.

Ursprünglich hatte der Stadtrat beschlossen, die neun Parzellen in Erbpacht zu vergeben. Bewerber hätten also das Grundstück nicht kaufen müssen, sondern gegen einen Erbpachtzins mieten können.  Diese Regelung hat das Gremium im vergangenen Jahr allerdings mit knapper Mehrheit gekippt. Der Grund: Es gab nur wenige Interessenten. Die Grünen halten jedoch nach wie vor daran fest und stimmten deshalb als einzige Fraktion im Stadtrat gegen den Verkauf der Parzellen. „Es schmerzt mich, dass man die Erbpachtverträge nicht gemacht, sondern ewig rausgezogen hat“, sagte Johanna Pfund. Da die Immobilienpreise für Leute, die nicht so viel Geld haben, immer teurer würden, „wäre Erbpacht ein gangbarer Weg gewesen“.

Die neun Bauparzellen, die verkauft werden (grün markiert), sind nicht sonderlich groß. Auf drei von ihnen sind Dreispänner vorgesehen.
Die neun Bauparzellen, die verkauft werden (grün markiert), sind nicht sonderlich groß. Auf drei von ihnen sind Dreispänner vorgesehen. Klaus Schieder/oh

Für den Verkauf wurden einige Regelungen angepasst. Schon im ersten Vergabeverfahren hätten unverheiratete Paare kritisiert, dass Eheleute mit Trauschein bevorzugt würden, berichtete Furmanek. Das ändert sich jetzt. Im Bewertungssystem bekommt ein Ehepaar, das verheiratet ist, nur noch zwei statt sechs Punkte. Dafür gibt es zwei Punkte mehr als bisher für jedes Kind, und zwar in jeder der drei Altersstufen bis zur Volljährigkeit. Außerdem wird die Einkommensobergrenze für Einzelpersonen von 70 000 auf 78 000 Euro pro Jahr angehoben, für Paare von 140 000 auf 156 000 Euro. Diese Höchstgrenze steigt pro Kind um 8500 Euro.

In die Bewertung fließen auch Vermögen ein, die bei Paaren zusammengerechnet werden. Dabei handelt es sich etwa um Immobilien, Aktien, Fonds oder auch Spar- und Barbeträge. Das Limit lag hier bislang bei 440 000 Euro, nun sind es genau eine halbe Million Euro. Karsten Bauer (CSU) forderte für den Nachweis einen Stichtag, damit Bewerber ihre Vermögenswerte nicht hin und her schöben, um günstiger dazustehen. Möglichem Missbrauch müsse man vorbeugen, sagte er. „Ich denke da ein bisschen schwarz.“ Peter von der Wippel (FWG) wollte wissen, welche Kontrollmöglichkeiten die Stadt denn habe. Da gebe es schon einige, erwiderte Bürgermeister Ingo Mehner (CSU). Allerdings werde er dieses Instrumentarium nicht in der Öffentlichkeit erläutern. Falsche Angaben wären eine Straftat, die Stadt würde dann Strafanzeige erstatten.

Johannes Gundermann (Grüne) sieht Alleinerziehende oder Verwitwete gegenüber Paaren benachteiligt, da sie nur als Einzelpersonen betrachtet werden. Die Stadt könne die Einkommensgrenzen nicht einfach verdoppeln, sagte Mehner. „Die Frage ist, wie weit können wir mit dem rechtlichen Rahmen nach oben gehen, ohne ihn zu sprengen, und ihn so gestalten, dass uns die Kaufverträge nicht um die Ohren fliegen.“ Für die Stadtkämmerin ist eine solche Debatte jedoch eher theoretischer Natur. Alleinerziehende und Verwitwete hätten auch für ein solches Bauprojekt nicht genug Geld, sagte Furmanek. „Ich glaube nicht, dass wir Verwitwete haben, die sich da bewerben.“

Der voraussichtliche Zeitplan beim Verkauf der neun Parzellen sieht laut Kämmerin folgendermaßen aus: Die Stadt wird die Bewerbungsunterlagen von Anfang Juni an versenden, bis spätestens Ende Juli können sie angefordert werden. Bewerbungsschluss ist am 31. August.

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