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Bad Heilbrunn:B 11-Ausbau ohne Radweg

ADFC kritisiert Pläne für Strecke von Schönrain zur Reindlschmiede

Der Streckenabschnitt der Bundesstraße 11 zwischen Schönrain und Reindlschmiede soll ausgebaut werden. Die Pläne für dieses Vorhaben liegen in den Gemeinden Bad Heilbrunn und Königsdorf öffentlich zur Einsicht aus. Zum Ärger von Thomas Gründl (CSU) ist bei diesem Projekt jedoch nicht vorgesehen, auch einen Radweg anzulegen. "Wenn die Straße schon saniert wird, dann verstehe ich es nicht, warum der Radwegausbau nicht mitbedacht wird", sagt der Bürgermeister von Bad Heilbrunn. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) spricht sich in einer Pressemitteilung deutlich für den zusätzlichen Bau eines begleitenden Radwegs aus.

Dieser Ausbau sei erforderlich, so der ADFC. Damit würde man an bestehende Radwege anknüpfen, der Neubau wäre eine "wertvolle Ergänzung des Radnetzes darstellen". Allerdings findet diese Forderung beim Staatlichen Bauamt Weilheim keinen Anklang. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens solle lediglich die Linienführung angepasst, Kurven abgeflacht und die Straßenbreite von sechseinhalb auf acht Meter erweitert werden, teilt das Staatliche Bauamt mit. Das Argument, dass die Strecke derzeit kaum von Radlern frequentiert werde, mag der ADFC nicht gelten lassen: Dies sei das Ergebnis des hohen Verkehrsaufkommens, das durch den Straßenausbau eher noch verstärkt werde. Was die Finanzierung betrifft, so verweist der Fahrrad-Club auf das Klimapaket des Bundes, das eine deutliche Steigerung des Radverkehrsanteils und eine Aufstockung der Mittel bis 2023 auf 1,45 Milliarden Euro vorsehe. Außerdem dürfe man nicht vergessen, dass die Zahl der Radler, die im Straßenverkehr ums Leben kamen, seit 2010 um 17 Prozent gestiegen sei.

Für den ADFC wäre es "eine ökonomisch und finanziell unsinnige Maßnahme", den Radweg beim B11-Ausbau zwischen Schönrain und Reindlschmiede nicht mit anzulegen. Dies würde "einen nicht mehr gut zu machenden Rückschritt darstellen und nicht in die Zukunft weisen", gerade in Zeiten von Klimaschutz und Verkehrswende, argumentiert der ADFC.

© SZ vom 23.11.2020 / jate
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