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Ausstellung:Traditionell und offen

Ascholdinger Arzthaus ist Gewinner des Sonderpreises für Baukultur

Wie die Bürger im Speckgürtel von München künftig wohnen sollen, treibt den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen bekanntermaßen um. Grundstückspreise und Bauprojekte in Egling an der Grenze zum Landkreis München führen dort bereits zu heftigen Debatten zwischen Einwohnern und Politikern über Ortsgestaltung und -entwicklung ob des Siedlungsdrucks. Dies ist für andere Kreiskommunen ein Blick in die Zukunft.

Auch deshalb ist der Ort der Ausstellung zum Preis der Baukultur der Metropolregion München signifikant: Die Gewinner 2018 für gemischt genutzte Quartiere, Stadt- und Ortsteilzentren sowie die Gewinner der Sonderpreise für gutes Zusammenleben sind noch bis Dienstag im Rathaus Egling zu sehen. Der Preis für Baukultur zeichnet Projekte in der Metropolregion München aus, die beispielgebend mit der Herausforderung Wachstum umgehen und Vorbild für zukünftige Bauvorhaben sein können.

Der Preis, der in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen wurde, ging heuer an den Markt Garmisch-Partenkirchen für ein Projekt an der Krankenhausstraße. Ein innerörtliches Areal wurde umgenutzt und kombiniert nun Wohnen mit Arbeiten und einem Hotel mit Tagungsbereich und Café. Laut Jury konnten verschiedene Ziele miteinander in Einklang gebracht werden: Bestandsbauten wurden erhalten, das Ortsbild sensibel ergänzt, nachhaltige Gebäude realisiert und vor allem günstiger Wohnraum für junge Familien geschaffen.

Den Sonderpreis für Baukultur in der Kategorie "Orte für gutes Zusammenleben" hat ein Gebäude im Landkreis erhalten: Das Arzthaus in Ascholding. Der Ortsteil von Dietramszell hat der Jury zufolge noch ein intaktes soziales Gefüge, welches durch Vereine, Gastronomie und Gewerbe gestärkt wird. Doch es drohe hier, wie in vielen ländlichen Teilen der Metropolregion, ein sukzessives Wegbrechen der Grundversorgung und eine Entwicklung in Richtung Schlafdorf. Das Arzthaus hingegen setze ein Zeichen für die Erhaltung und Weiterentwicklung eines vitalen Dorflebens.

Der Neubau entstand inmitten einer Hofstelle und beherbergt eine medizinische Praxis sowie einen Seminarraum, der von örtlichen Vereinen und Interessenten angemietet werden kann. Die Jury lobt die schlichte und nachhaltige Architektur des Gebäudes, die gleichermaßen traditionell wie offen neues Leben in die ehemalige Hofstelle bringe. "Durch die zentrale Lage wird der gesellschaftliche Zusammenhalt des Dorfes gestärkt und eine nutzungsgemischte Innenentwicklung gefördert", heißt es im Urteil der Jury. Ein Schwerpunkt liege auf den energetischen Werten sowie auf dem Einsatz nachhaltiger Materialien durch regionale Handwerksbetriebe, in sozialer Hinsicht auf einer Nutzung, die der Gesellschaft diene. Die Konstruktion lasse zudem einen nachhaltigen Um- oder Rückbau zu.

Details zu den Gewinnern sowie zu weiteren Projekte, die einen Anerkennungspreis erhielten, sind noch bis 21. August im Eglinger Sitzungssaal, Münchner Straße 2, während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.