Ausgefallenes Turnier Penzberg sucht die Super-Gemeinde

Auf dem Gut-Hub-Gelände geht es nicht selten hoch her. Wie hier beim alljährlichen Tollhub-Festival wird auch bei "Miteinand & Gegeneinand" am 29. Juni ein großes Spektakel erwartet, das - bei hoffentlich gutem Wetter - viele Zuschauer locken kann.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Bei "Miteinand & Gegeneinand" kämpfen am 29. Juni auf Gut Hub acht Teams aus acht Ortschaften um einen Pokal. In ungewöhnlichen Disziplinen messen sie ihr Wissen, ihre Geschicklichkeit und ihren Teamgeist

Von Konstantin Fahrner, Penzberg

Wenn glühender Sportsgeist und althergebrachte Gaudi in Penzberg zu einem fairen Wettkampf aufeinandertreffen, dann weiß die Welt: Es ist wieder Zeit für "Miteinand & Gegeneinand". Initiiert von den beiden Ortsansässigen Holger Fey und Johannes Krause, hat die Veranstaltung mittlerweile fast schon den Status einer kleinen städtischen Tradition. "Die Grundidee, dass sich Nachbargemeinden in einem freundschaftlichen und lustigen Wettstreit messen, stärkt die guten nachbarschaftlichen Beziehungen, ruft manche Eigenheiten der jeweiligen Gemeinden ins Gedächtnis und betont die Tradition der Region." Die Idee dazu kam Fey und Krause vor etwa zwölf Jahren.

Im Juni 2009 veranstalteten sie dann zum ersten Mal einen Wettkampfabend mit dem Titel "Miteinand & Gegeneinand". Im Rahmen eines Turniers traten Teams aus Penzberg und den Nachbargemeinden auf dem Gelände des Gut Hub in Penzberg in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Durch die rege Teilnahme und das zahlreiche Publikum ermutigt folgte 2012 eine zweite Auflage der Veranstaltung. Nun wird knapp sieben Jahre später am 29. Juni Gut Hub wieder Schauplatz eines körperlichen und geistigen Kräftemessens. Diesmal nehmen acht Gemeinden teil: Antdorf, Penzberg, Beuerberg/Eurasburg, Bichl, Iffeldorf, Penzberg, Seeshaupt und Sindelsdorf stellen jeweils eine Mannschaft mit sieben Spielern. Die Teams setzen sich wie folgt zusammen: ein Spielführer und jeweils ein Vertreter des Stadt- beziehungsweise Gemeinderats, der Pfarrgemeinde, des Sportvereins, des Trachtenvereins sowie der Feuerwehr plus eine "Ortsschönheit", wie es in der Ausschreibung heißt. Des weiteren müssen insgesamt mindestens zwei Teammitglieder weiblich sein. Außerdem wird jeder Mannschaft ein Schiedsrichter zugeteilt. Dieser hat unter anderem die Aufgabe, Spiele und Spielregeln zu erklären, denn die sind traditionsgemäß vor dem Turnier nicht bekannt. Eine Vorbereitung sei also kaum möglich, erklärt Krause. "Man kann vielleicht höchstens die Penzberger Chronik auswendig lernen", ergänzt er grinsend. 2012 mussten die Teams nämlich unter anderem Fragen zur Heimatkunde beantworten. Oder bei dem Spiel "Obacht geb'n" aus einem Musikmix verschiedener Stücke die einzelnen Lieder heraushören und aufschreiben. Oder zu zweit mit verbundenen Augen einen Parcours mit einer Schubkarre überwinden. In den Spielen geht es also vor allem um Geschicklichkeit, Wissen und Teamgeist - also um alles, was ein guter Sportler mitbringen muss.

"Also ich wurde bis jetzt noch nicht angefragt", flachst Bürgermeisterin Elke Zehetner. Sie ist immerhin Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Penzberg und - ganz nebenbei - auch im Rathaus tätig. Die Mannschaften seien zwar schon weitgehend komplett, dennoch will Fey die Teilnahme Zehetners als Penzberger Ortsschönheit nicht ganz ausschließen. Immerhin hat sie einen festen Platz als Schirmherrin der Veranstaltung, denn diese findet heuer im Rahmen des hundertjährigen Jubiläums der Stadt Penzberg statt - bei gutem Wetter draußen und bei schlechtem Wetter in der Tenne von Gut Hub. Der Eintritt ist frei. Um 18.30 Uhr werden alle Mannschaften vorgestellt. Wie auch in den vergangenen Turnieren kämpfen sie anschließend um den heiß begehrten Kohl'n-Gäu-Pokal. Im Vordergrund steht dabei natürlich immer das "Miteinand".