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Aus für regenerative Energieform:Zurück zur Landschaft

Es hätte ein Leuchtturmprojekt der Energiewende werden sollen. Doch weil sich zu wenig Wasser in den Tiefen fand, wird die Bohranlage nun rückgebaut.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Geothermieanlage in Icking soll nach der Fehlbohrung komplett abgebaut werden

Bald wird buchstäblich wieder Gras über das Geothermievorhaben im Ortsteil Attenhausen gewachsen sein, von dem es hieß, es werde womöglich das größte seiner Art in Deutschland sein. Mit dem Rückbau des Bohrplatzes ist jetzt das letzte Kapitel der Geschichte eingeläutet. Die Erdwärme Isar GmbH kündigte an, damit im Sommer zu beginnen und in 18 Monaten fertig zu sein. Die Bohrstelle ist bereits wieder verfüllt worden, nachdem die Bohrung nicht erfolgreich war und sich auch kein Nachfolge-Investor fand. Der Rückbau wird vom Bergamt Südbayern beaufsichtigt. Es eröffnete das Verfahren mit den Stellungnahmen der Gemeinden und Behörden. Der Ickinger Gemeinderat gab am Montag grünes Licht mit einigen Auflagen.

Die Erdwärme Isar will zunächst alle Asphalt- und Betonflächen inklusive der inneren Stahlbetonkeller abbrechen. Dann will sie den Kies ausbauen und nicht länger als drei Monate zwischenlagern, und ihn dann zu regionalen Abnehmern zu fahren. In Phase drei geht sie daran, die Baugruben aufzufüllen und wieder für landwirtschaftliche Zwecke herzurichten. Strittig war in der Sitzung nur die Frage, wie mit dem Beton verfahren werden soll. Der Gemeinderat wünscht sich, dass er wegen des vielen Lärms und Drecks nicht vor Ort zerkleinert, sondern in großen Stücken auf Lastwagen verladen und abtransportiert wird. Sollte das Bergamt aber entscheiden, dass das Material noch am Bohrplatz verarbeitet wird, soll eine Wassersprenkelanlage zum Einsatz kommen, damit es nicht so staubt. In jedem Fall sollen die Lastwagen auf dem Waldweg zur Autobahn fahren und nicht über die Dorfstraßen. Der Gemeinderat möchte außerdem, dass das Bergamt dem Unternehmen eine Frist setzt, in der der Rückbau beendet sein soll.

Der Gemeinderat wollte von Hannes Riepshoff wissen, mit wie viel Lärm zu rechnen sei. Auflagen das Unternehmen hinsichtlich des Lärm zu beachten habe. Der Vertreter der Erdwärme Isar war bemüht, aber in punkto Spitzenwerten überfragt. Die Zerkleinerungsarbeiten würden "einige Tage am Stück" dauern. Riepshoff beruhigte Georg Linsinger (UBI), der fürchtete, dass die Arbeiten unnötig in die Länge gezogen würden, weil die Firma schon wieder anderweitig beschäftigt sei. "Die 18 Monate sind wegen den Witterungsverhältnissen vorsorglich gewählt."

Mit dem Bohrplatz in Walchstadt soll ähnlich verfahren werden. Hier darf der Abtransport nicht über die Straße Talfeld erfolgen. Der Gemeinderat schloss in der Sitzung auch eine weitere gewerbliche Nutzung kategorisch aus. Er erteilte damit einem Unternehmer aus Höhenrain eine Abfuhr, der die Betonflächen nicht abbrechen, sondern als Lagerplatz für Holz, Erde und Kies verwenden wollte. "Es darf nicht sein, dass über die Hintertür ein nicht-privilegiertes Vorhaben zugelassen wird", warnte Linsinger. "Es war ausgemacht, dass die Landschaft wieder so wird, wie sie ursprünglich war", sprach Matthias Ertl (PWG) für alle anderen.

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